D. I. Abschnitt. Direkte und indirekte Steuern.
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in welchem Sinne sind die Steuern eines oder das andere ? Dieser
Streit ist auch heute noch nicht beendigt und der Reichtum des
Lebens widersetzt sich auch der streng wissenschaftlichen Fest
setzung. Wir wollen nur damit ins reine kommen, was der Nutzen
der gebrauchten Terminologie ist.
Wir gebrauchen die beiden Ausdrücke in dem Sinne, in dem
wir dieselben an anderer Stelle erörtert haben. Die Besteuerung
geht von zwei Tatsachengruppen aus: die eine Gruppe hängt mit
der Einkommensgewinnung zusammen, die andere mit der Ver
wendung des Einkommens; auf Grund der ersteren gestaltet sich
die Gruppe der direkten Steuern, auf Grund der anderen die der
indirekten Steuern.
Die Eigentümlichkeiten der direkten Steuern sind nach Schäffle
die folgenden: a) Durchschnittlichkeit, die direkten Steuern
ergreifen in der Regel nicht die tatsächliche Steuerkraft, sondern
die durchschnittliche, individualisieren nicht, sondern generalisieren,
zielen auf die Erforschung der durchschnittlichen Wirtschafts
ergebnisse; b) Allgemeinheit; die direkten Steuern erfassen jeden,
der über die betreffende Steuerkraft verfügt, die indirekten, nur
jenen, der die Steuerkraft zur Befriedigung seiner Bedürfnisse ver
wendet; c) Vollständigkeit (Totalität); die direkten Steuern
beziehen sich auf die Gesamtsteuerkraft; d) Periodizität; die
direkten Steuern werden in bestimmten Zeitpunkten fällig, während
die indirekten keine Fälligkeitstermine besitzen; e) Unmittel
barkeit; sie suchen direkt das Steuersubjekt auf, woraus die Ein
heit von Steuersubjekt und Steuerzahler folgt; f) Unabwälzbar-
keit; die direkten Steuern sind wenigstens ihrer Bestimmung nach
als unabwälzbar gedacht, hier kommt weder vorschußweise noch
nachträgliche Zahlung vor; g) Untilgbarkeit, wenn richtig an-
gelegt; h) Einheit der Steuerschlüssel, wie zur möglichst
gleichartigen Besteuerung der verschiedenen Einkommen notwendig.
2. Der Vorteil der direkten Steuern zeigt sich vor allem darin,
daß nur die direkten Steuern das Verhältnis von Staat und Staats
bürger klar ausdrücken, da hier ohne jede andere Beziehung das
Einkommen der Staatsbürger zur Deckung der Staatsbedürfnisse
in Anspruch genommen wird. Der ethische Wert der direkten
Steuern ist unbedingt ein höherer als der jeder anderen Steuerart,
wo der Staat, wie Taine sagt, versteckt in die Taschen der Staats
bürger greift.
Die direkten Steuern stehen unmittelbar mit solchen Tatsachen
in Verbindung, welche auf die Zahlungsfähigkeit Einfluß haben,
sie gehen daher von richtigeren Voraussetzungen aus als jene Steuern,