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4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
Kleinhandel, der Verkehr mit dem Konsumenten frei ist oder um
gekehrt, der Großhandel ist frei und den Kleinhandel mit dem
Konsumenten versieht der Staat.
Eine milde Form des Monopols ist es, wenn dasselbe sich nur
darauf erstreckt, daß der Staat bloß ein Element sich vorbehält
so der Vorschlag, das Spiritusmonopol in der Weise zu verwirk
lichen, daß der Staat die Flaschen liefert. Oder wenn der Staat
den Handel mit dem betreffenden Artikel einfach an eine Kon
zession bindet. Namentlich bei solchen Artikeln sind viele Arten
des Monopols denkbar, deren Produktion zahlreiche Momente dar
bietet. Wir werden dies bei den Verzehrungssteuern näher in
Betracht ziehen.
Nach Bastable 1 ) sind Handlungen und Einrichtungen weniger
geeignet, Gegenstände des Monopols zu bilden, wie Waren, von
den Waren wieder hauptsächlich Luxuswaren unter folgenden Vor
aussetzungen: a) wenn der Staat ein hohes Einkommen beschaffen
muß, also sonst ein hoher Steuerfuß angewendet werden müßte;
b) wenn die Kontrolle der besteuerten Privatindustrie sehr schwierig
ist; c) bei geringer technischer Kompliziertheit; d) keine exzessive
Ausdehnung des betreffenden Produktionszweiges. So meint er.
daß z. B. die Monopolisierung der englischen Baumwollindustrie
eine Utopie wäre.
Die Gegenstände der tatsächlich bestehenden Monopole sind
sehr verschieden. Zu ihrer Charakterisierung läßt sich kaum etwas
anderes anführen, als daß es in der Regel Gegenstände des Massen-
onsums sind. Vorzüglich bei folgenden Gegenständen sehen wir
das Monopol durchgeführt: Salz, Tabak, Alkohol, Zündhölzchen,
Spielkarten, Zucker, Sacharin, Petroleum, Erdgas, Opium usw.
. Von agrarischer Seite wurde vor Jahren (Antrag Graf Kanitz
im Deutschen Beichstage 1894) die Einführung des Getreidemono
pols gefordert. Infolge der staatlichen Organisation des Getreide
handels im Weltkriege hat die Idee aus finanziellen Gründen An-
änger gefunden. Unbedingt würde ein Getreidemonopol dem Staate
große Einkünfte sichern, freilich mit Belastung des notwendigsten
Lebensmittels. Der Abbau der Preise nach dem Kriege würde
es jedenfalls möglich machen, einerseits dem Staate die nötigen
Einkünfte zu sichern — wenigstens für die schwierigste Zeit der
ersten Jahre —, andererseits eine wesentliche Verbilligung des
Brotes durchzuführen.
*) Taxation through monopolies (Economic Journal I 8. 307).