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sein als Ihr es seid, und werden wieder arbeitslos werden. Sehr wenig Unter-
stützung wird ihnen, infolge der veränderten Einstellung des Premiermi-
nisters, von der Regierung zuteil werden.
Wir leiden ebenso wie andere Länder unter der eisernen Ferse des
Imperialismus. Wir müssen ihn zerstören, und wir hoffen, daß die Be-
schlüsse, die dieser Kongreß annimmt, ein Echo in der ganzen Welt finden,
und in jedem Lande Kräfte zur Schaffung einer neuen Epoche sich regen
werden. Das ist die Botschaft, die Euch Südafrika bringt. Wir hoffen,
daß die nahe Zukunft die wirtschaftliche Sklaverei, die unser Leben gegen-
wärtig elend macht, völlig vernichten wird, so daß sie nie wieder ihr Haupt
erheben kann. Laßt uns mit allen Kräften für die Befreiung der Arbeiter
und die Errichtung eines sozialistischen Gemeinwohls arbeiten!
Für die schwarzen Arbeiter führt
Josiah Tshangana Gumede (Süd-Afrika)
Delegierter des Afrikanischen Nationalkongresses
aus:
iS freue mich, diesen Kongreß hier als ein Vertreter Südafrikas be-
grüßen zu dürfen. Über das Schicksal des weißen sowie des schwarzen
Proletariats in Südafrika habe ich Euch eine traurige Geschichte zu erzählen.
Die Gewerkschaft in Südafrika arbeitet nicht mit uns Negern zusammen.
Es herrscht in Afrika sogar ein noch größeres Rassenvorurteil als in Amerika,
denn man fürchtet z. B. in Südafrika die Erstarkung des eingeborenen
Proletariats, das sich von der Unterdrückung befreien und auf Grund seiner
überwiegenden Mehrheit die Regierung übernehmen könnte.
Um dies zu verhindern, werden die Eingeborenen nur zu den niedrigsten
Arbeiten, wie Holzhacken, Wassertragen usw., zugelassen, und ich kann Euch
versichern, daß dieses Prinzip energisch durchgeführt wird.
Südafrika ist mein Vaterland. Ich muß Euch heute Abend zu meinem Be-
dauern mitteilen, daß es für uns Neger im Lande unserer Ahnen kein Plätz-
chen gibt, das uns gehört. Im Namen der Krone Großbritanniens ist uns
alles Land abgenommen worden. Mein Volk ist aus der Heimat seiner Ur-
väter, die jetzt Farmern gehört, vertrieben worden.
In den Tagen von Kimberley, als man Arbeitskräfte bedurfte, zog man
Eingeborene heran, weil diese mittellos waren. Zur Entlohnung wurde Ihnen
nicht nur Geld, sondern auch Gewehre versprochen. Die Eingeborenen
dachten also, daß sie die Gewehre behalten könnten.
Die Gewehre sind aber zurückgefordert worden. Jenen Stämmen, die
die neuentstandene Situation nicht begriffen, schickte man gleich eine Straf-
Cr