Full text : Finanzwissenschaft

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4.  Bach.  V.  Teil.  Die  Stenern.

also  auf  die  Berechnung  des  Ertrages  Verzicht  geleistet  werden
muß.  In  dieser  Beziehung  ist  die  Erwerbssteuer  noch  unvollkommener ­
  als  die  Grundsteuer.  Während  nämlich  der  Kataster
für  jedes  einzelne  Grundstück  den  Ertrag  berechnet,  dienen  bei  der
Erwerbssteuer  die  gesammelten  Daten  resp.  Symptome  in  der  Regel
nur  dazu,  festzusetzen,  ob  das  betreffende  Unternehmen  in  eine
höhere  oder  niedere  Steuerklasse  rangiert  werde.  Doch  unterliegt
es  keinem  Zweifel,  daß  bei  der  außerordentlichen  Ausbreitung  der
Erwerbstätigkeit  und  deren  rascher  Umgestaltung  in  unseren  Tagen
auf  dieser  Grundlage  ein  entsprechender  Einblick  in  die  Ertragsverhältnisse ­
  des  Unternehmens  nicht  gewonnen  werden  kann.  Darum
bleibt  die  Erwerbssteuer  in  einem  höchst  unentwickelten  Zustande
stecken,  sie  ist  mehr  Klassensteuer,  als  individuell  berechnete  Steuer,
was  notwendigerweise  mit  sich  führt,  daß  der  Steuerfuß  sehr  mäßig
festgesetzt  werde.  Vollkommener  kann  die  Erwerbssteuer  nur  dort
sein,  wo,  wie  erwähnt,  die  Berechnung  des  Ertrages  dadurch  ermöglicht ­
  ist,  daß  die  betreffenden  Unternehmungen  der  öffentlichen
Kontrolle  unterhegen,  oder  im  allgemeinen  durch  den  öffentlichen
Charakter  des  Unternehmens  z.  B.  eines  publizistischen  Unternehmens,
dessen  Ertragsfähigkeit  leichter  berechnet  werden  kann.  Wo  dagegen ­
  gewisse  Symptome  die  Grundlage  bilden,  dort  wird  zur  Feststellung ­
  der  Steuerpflicht  ein  mehr  weniger  kompliziertes  System
angewendet.  Zu  den  Symptomen,  welche  auf  die  Ertragsfähigkeit
des  Unternehmens  von  Einfluß  sind,  gehören  namentlich  die  folgenden: ­
  a)  Die  Ausdehnung  des  Unternehmens,  welche  sich  wieder  in
verschiedenen  Momenten  wiederspiegelt,  so  wie  Größe  und  Art  des
aufgewendeten  Kapitals,  Zahl  der  beschäftigten  Arbeiter,  Größe  und
Miete  der  Geschäftslokale,  Größe  des  Umsatzes  usw.;  b)  Art  des
Unternehmens,  sofern  schon  an  und  für  sich  gewisse,  wenn  auch
schwer  zu  fixierende  Unterschiede  der  Ertragsfähigkeit  bei  verschiedenen ­
  Arten  der  Unternehmungen  sich  zeigen;  so  bieten  im
großen  ganzen  Handelsunternehmungen  größere  Gewinne,  als  gewerbliche ­
  Unternehmungen;  auch  zwischen  den  gewerblichen  Unternehmungen ­
  zeigen  sich  Unterschiede;  so  finden  sich  unter  Bäckern,
Fleischern  in  größerer  Zahl  solche,  die  sich  bereichern,  als  unter
Uhrmachern;  Apotheker,  Ärzte  werden  sich  mehr  bereichern,  als
Sprachlehrer  usw.;  c)  die  wirtschaftliche  Bedeutung  des  Wohnortes,
nachdem  Unternehmen  in  Großstädten  mit  bedeutendem  Verkehr
gewöhnlich  glänzendere  Resultate  aufweisen,  als  an  kleinen,  unbedeutenden ­
  Orten.  Auf  Grund  dieser  drei  Faktoren  entstehen  die
am  häufigsten  vorkommenden  Klassen,  nämlich  Betriebsklassen,
Beschäftigungsklassen,  Ortsklassen.  Auf  Grund  dieser  drei  Klassen
            
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