Wohnungen in ausreichender Menge beschafft wer-
den sollen.
EU die Bevölkerung aber nicht vermag, ist, neben
diesen durch den Aufstieg des vierten Standes in
bessere Lohnverhältnisse verursachten Lasten, die die Lohn-
empfänger mit tragen müssen, noch die Verzinsung der
Häuser und Grunöstücke in doppelter Friedenhöhe aufzu-
bringen. An dieser Stelle muß die Hilfe einsetzen. Der Zins-
fuß für Leihkapital kann gesenkt werden. Er ist gestiegen,
weil im Weltkriege und nachher in ungeheurem Umfange
Kapital vernichtet und nicht wieder ersetzt worden ist. Er
kann nur niedriger werden, wenn neues Kapital gebildet
wird, das Anlage sucht. Anzeichen dafür, daß der Spartrieb,
der durch den Krieg und die Inflation verloren gegan-
gen ist, im Volke langsam wieder erwacht, sind glücklicher-
weise vorhanden. Wenn es uns gelingt, trotz der Da-
wes- und anderer Lasten durch Arbeit und Sparsamkeit
den Zinsfuß für Hypotheken wieder auf den Friedenstand
zu bringen, was mir erreichbar erscheint, s o ist die
Aufgabe, Wohnungen gzu äsdchaffen, zur
Hälfte gelöst. Die Bodenreformer haben dafür zu
sorgen, daß die neu gebildeten Kapitalien der produktiven
Arbeit dienen und sich nicht auf Bodenwerte werfen. Mit
dieser Gefahr muß um so mehr gerechnet werden, weil
grade das sinken des Zinsfußes, wie ich nachgewiesen
habe, unmittelbar zu einem steigen der Bodenwerte füh-
ren muß. Hier werden bodenreformerische Maßnahmen
unerläßlich sein, unter denen die Trennung von Boden
und Bauwerk im Grundbuch, die Einführung einer ssich
allmählich senkenden Verschuldunggrenze für den Grund
und Boden und der Ersatz der Hauszinssteuer durch eine
abgestufte Grundsteuer von dem gemeinem Verkaufwert
an erster Stelle stehen müssen.
ACA