fullscreen: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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lage mußte vollendet werden. Die Bundesregierung fing 
plötzlich an, sich für ihre Operationen zu interessieren, 
Während früher die Anklagebeamten der Regierung gar 
nichts davon gewußt hatten, daß Morse, Heinze und Tho- 
mas bei ihren finanziellen Operationen Betrug verübt hatten, 
so entdeckten sie jetzt die vollste Gewißheit. Von gewisser 
Seite wurden Beweise von Gesetzesübertretungen des 
gefallenen 'Trios angeboten. Das New Yorker Büro des 
Bezirksanwalts der Vereinigten Staaten wurde in seiner 
Energie ganz lebendig. Es veranlaßte die Anklagejury, 
Untersuchungen anzustellen, und zeigte in der Verfolgung 
auffallenden amtlichen Eifer, Heinze wurde verklagt und 
Morse vor Gericht gebracht, für schuldig erklärt und zu 
fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt — eine Entscheidung, 
gegen die er Berufung einlegte. Das Appellations-Bundes- 
gericht der Vereinigten Staaten bestätigte das Urteil?). 
Morse wurde von Präsident Taft begnadigt, nachdem er 
noch nicht zwei ganze Jahre von seiner Strafe in dem Bun- 
desgefängnis von Atalanta abgesessen hatte. 
Morse und Heinze lernten zwei wertvolle Regeln, die sich 
alle ehrgeizigen kleinen Magnaten wohl zu Herzen nehmen 
sollten. Erstens, daß es außerordentlich unklug ist, die 
Interessen der wirklich großen Magnaten zu durchkreuzen, 
und zweitens, daß jene großen Magnaten den Strafmecha- 
aismus der Gerichtshöfe gegen Widersacher ihrer eignen 
Klasse ebensogut gebrauchen können wie gegen Arbeiter- 
führer, Arbeiterverbände und die Besitzlosen im all- 
gemeinen. 
Aber die Wegnahme des Eigentums des vertriebenen Ver- 
Yandes war nicht der einzige Vorgang dieser Art in jenen 
Erntetagen der Panik des Jahres 1907. Die Fabriken elektri- 
scher Apparate der Westinghouse-Gesellschaft waren der 
1) Während seiner Haft in dem New Yorker Stadtgefängnis erlaubten ihm die 
Richter der Vereinigten Staaten, täglich auszugehen, „damit er seinen notwendigen 
Geschäften nachgehen könne‘. Von der großen Zahl der eines Verbrechens über- 
führten Personen ist niemals ein einziges Beispiel bekannt geworden, daß es einem 
armen. Gefangenen gestattet worden wäre, das Gefängnis während des Tages zu 
verlassen, um für seine Familie arbeiten zu können. Der Gerichtshof bestimmte 
später, daß Morse bis zur Entscheidung über seine Berufung gegen Bürgschaft 
reigelassen werden solle. Keinem armen Gefangenen wurde dieses Vorrecht ge- 
währt,
	        
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