heit erklärt. Den Geldwert definiert er als den „reziproken Wert
desallgemeinenPreisniveau s". Er will damit sagen: Sinken
der Geldwert kommt zum Ausdruck in einer entsprechenden Steigerung
der Warenpreise, steigender Geldwert in einem entsprechenden Herabgehen
der Warenpreise. Starke Erhöhung der Goldproduktion führt zu einer
Steigerung, Sinken der Goldmenge zu einer Senkung der Preise.
In der Inflationszeit hat sich zwischen Geldvermehrung und Preis
steigerung ein Zusammenhang gezeigt: Je mehr die Notenpresse zur
Deckung des Finanzbedarfs in Anspruch genommen wurde, desto höher
stiegen die Preise, desto mehr sank die Kaufkraft des Geldes. Falsch ist es
aber, die Änderung des Preisniveaus einzig und allein auf die
Veränderungen der Geldmenge zurückzuführen. Solche Veränderungen
erfolgen auch dadurch, daß Ersparnisse von Privatwirtschaften oft nicht zu
den Kreditinstituten gebracht, sondern (im Strumpf, Schrank oder sonstwo)
zu Hause aufbewahrt werden. Metallgeld wird eingeschmolzen. Neuprägung
von Münzen sowie eine Vermehrung des Banknotenumlaufs steigern die
Geldmenge. Eine merkliche Einwirkung auf die Geldpreise wird sich nicht
sofort, sondern (wenn überhaupt) erst nach geraumer Zeit bemerkbar
machen. Vor allem aber ist zu bedenken, daß nicht allein von der Geld-,
sondern auch von der Waren feite her Wirkungen auf den Geldwert er
folgen. Schwankungen des Waren- u n d des Geldwertes finden ihren Aus
druck im Preise. Die Preisänderungen wirken insofern ungleich auf den
Markt, als sie sich auf die Einzelwirtschaften nicht gleichmäßig verteilen.
So war es in den Kriegsjahren die vermehrte Kaufkraft eines
nicht unbeträchtlichen Teiles der Bevölkerung, die Preissteigerungen mit
verursachte. Sehr anschaulich schildert dies Adolf Weber (Allgemeine
Volkswirtschaftslehre II, S. 241): „Die Preissteigerungen nehmen ihren
Ausgangspunkt von den Käufern der Wirtschaftskreise, die mit dem durch
die Inflation geschaffenen höheren Nominaleinkommen in der Lage sind,
mehr einzukaufen, also mehr Geldangebot an den Markt zu bringen.
Richtet sich die Nachfrage nach Konsumtivgütern — was um so mehr der
Fall sein wird, je rascher und tiefgreifender die Änderungen in der Ein-
kommensverteilung sich vollziehen —, so zehrt das Volk von seiner Ver
mögenssubstanz, wird also immer ärmer."