I. Abschnitt. Das Budget.
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tizit nachgewiesen ist, das aber im Endresultat sich ergibt, sprechen
wir vom Schlußrechnungsdefizit. Das Defizit ergibt sich entweder
in der ordentlichen oder in der außerordentlichen Gebarung; das
erstere ist das gefährlichere, indem es zum Ausdruck bringt daß
selbst die ordentlichen Ausgaben durch die ordentlichen Einnahmen
nicht gedeckt werden können. Hier kann nur eine Streckung der
ordentlichen Einnahmequellen helfen. Die erste "V oraussetzung dei
rationellen Führung des Staatshaushaltes ist, daß die ordentlichen
Einnahmen die ordentlichen Ausgaben decken, während es weniger
gefährlich ist, wenn die ordentlichen oder außerordentlichen Ein
nahmen die außerordentlichen Ausgaben nicht zu decken vermögen.
Die Bedeutung des Defizits ist höchst verschieden, je nachdem es
vorübergehend oder andauernd, akut oder chronisch ist Akute
Defizite können infolge außerordentlicher Verhältnisse auch in dem
geordnetsten Staatshaushalte entstehen, aber das chronische Defizit
weist auf einen krankhaften Zustand des Staatslebens hm, auf die
Inkongruität von Staatszwecken und Staatsmitteln. Die Heilung
des chronischen Defizits kann erst dann als gelungen betrachtet
werden, wenn jene Ursachen entfernt werden, welche dasselbe her
vorrufen, während bei deren Verbleiben, wenn es auch in dem einen
oder anderen Jahre gelingt, das Defizit zu eliminieren, dasselbe
alsbald wiederkehren wird. Neben dem eigentlichen Defizit unter
scheidet man oft das Kassendefizit, welches sich aus der verschie
denen Periodizität von Einnahmen und Ausgaben ergibt. Solche
Defizite werden entweder aus den Kassenbeständen oder durc i
Aufnahme schwebender Schulden beseitigt. Das Defizit ist oft ein
verstecktes, wenn Ausgaben nicht eingestanden werden, ein schein
bares, wenn Vermögensgegenstände angeschafft werden. \ iel seltener
als Defizite zeigen sich im Staatshaushalte Überschüsse, bei denen
beiläufig gleichfalls die obigen Unterschiede gemacht werden können.
Natürlich bergen die Überschüsse keine Gefahren, aber auch deren
Stabilisierung ist nicht immer ein günstiges Zeichen, da in diesem
Falle eine Keduzierung der Einnahmequellen geraten ist. Aber
auch andere Komplikationen können sich aus der Uberschuß wirt
schaft ergeben, wie dies vor Jahren das Beispiel der Vereinigten
Staaten zeigte, wo die Einnahmen — hauptsächlich Zolle — so
bedeutend waren, daß die Verwendung derselben große Sorge be
reitete, denn die Rückzahlung der Staatsschulden war den Staats
gläubigern nicht genehm, die Herabsetzung der Zölle hinwieder
stieß auf den Widerstand der geschützten Industrien. Die Über
schüsse lassen sich im allgemeinen am zweckmäßigsten zur Schulden
tilgung, zur Vermehrung des Staatsvermögens, zur Stärkung der