Brauerei, der diese Blätter gewidmet sind, durch gern acht. Wenn auch nähere Angaben über die frühere Geschichte
dieser Brauerei fehlen, so steht doch fest, daß sie die älteste Braustätte Leipzigs ist und bereits vor dem Jahre
1828, in welchem sie zuerst erwähnt wird, vorhanden war. Einen Hinweis auf die weitere Entwicklung der Brauerei
bietet die beim Erweiterungsbau über dem Eingang zum Sudhaus angebrachte Marmortafel mit der Inschrift:
Dem Herrn sei diese Brauerei anvertraut,
Nur da ist Glück und Segen, wo seine Hand den Acker baut.
Erbauet 1843 von E. Wölbling.
Sonstige Nachrichten über diesen Besitzer, der demnach das Sudhaus neuerbaut hat, wie über die Brauerei
selbst, sind ebenfalls nicht
vorhanden; bekannt ist
nur, daß die Brauerei
nach dem Tode des Herrn
Wölbling pachtweise an
die Herren Gebrüder
Setzer übergegangen ist,
deren N achf olger am 1 .De
zember 1873 die Herren
Friedrich August Ulrich
und Max Meitzer wurden.
Die von den Genann
ten ebenfalls pachtweise
übernommene Brauerei
führte die Firma Ul
rich & Meitzer. Infolge
andauernder Krankheit
schied Herr Max Meitzer
im Jahre 1875 aus der
Firma aus; Herr F. A.
Ulrich führte die Brauerei
unter seinem Namen
allein weiter und erwarb
sie 1882 mit dem Anwesen
für eigene Rechnung.
Am 1. Oktober 1903
nahm Ulrich seinen Sohn,
Dr. phil. Arthur Ulrich,
der die Brauerei von
Grund auf erlernte, u. a.
auch in den renom
miertesten Brauereien
Teilansicht aus dem Lagerkeller
Münchens, Pilsens, Wiens
usw. praktisch arbeitete
und erst in den späteren
Jahren noch die not
wendigen naturwissen
schaftlichen Fächer stu
dierte, als Teilhaber auf.
Nachdem Herr F. A. Ul
rich am 26. April 1911
verstorben war, trat auch
dessen Tochter, Frau
Gertrud Reinhardt geb.
Ulrich, in die Firma ein,
die in bisheriger Weise
fortgeführt, jedoch nur
von Dr. Ulrich geleitet
und vertreten wird.
Bis zum Jahre 1879
hatte die Brauerei nur
den primitiven Handbe
trieb, den früher alle Bier
brauereien besaßen. Die
Produktion beschränkte
sich auf obergäriges Bier,
sog. Braun- und Weißbier.
Nach dem alten Ver
fahren war das ganze
Brauverfahren in 14 bis
16 Stunden beendet. Ge
wöhnlich wurde morgens
um 6 Uhr die Braupfanne
voll kochenden Wassers
gehalten und dieses mittels Handschöpfer über eine Füllrinne nach dem Maischbottich geleitet. Durch Zusatz
von kaltem W T asser stellte man eine lauwarme Temperatur her und schüttete dann in den Bottich die zum
Verbrauen bestimmte Menge Malz, die mittels Maischhölzern durchgearbeitet wurde, bis ein gleichmäßiger
Teig entstand. Während des weiteren Durchrührens wurde abermals kochendes Wasser aus der Braupfanne
herübergeleitet, und zwar in Abständen von 5 zu 5 Minuten, gleichzeitig aber der Hopfen, in einer Menge von
etwa Pfund auf den Scheffel Malz berechnet, aufgekocht, und schließlich die Maische absatzweise in die in
der Braupfanne kochende Hopfenmasse übergefüllt. Nach mehrmaligem Hin- und Herfüllen der Maische
wurde diese in einen mit Stroh umschlossenen Bottich geleitet, in dem das Absetzen vor sich ging;
die abgesetzte und nunmehr klare Würze wurde auf das Kühlschiff gegeben, dort mit Hefe versetzt und