fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

130* Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., Leverkusen. 
Vereinigung, die zurzeit rund 280 Mitglieder zählt, hatte im Winter 1912/13 gleichzeitig 
14 Kurse mit je 12 Mitgliedern im Gang, 5 englische, 5 französische und je 1 Kursus im 
Russischen und Italienischen. Spanische und portugiesische Kurse sind geplant. 
ORCHESTERVEREIN MIT TROMMLER- UND PFEIFERKORPS. Der im Jahre 
1901 gegründete Verein hat den Zweck, gute und gediegene Instrumentalmusik zu pflegen. 
Der Verein gibt an allen großen nationalen Festtagen, sowie an den Gedenktagen innerhalb 
der Fabrik Konzerte vor der Arbeiterspeiseanstalt. Ferner veranstaltet er jährlich eine größere 
Reihe von Konzerten in den verschiedenen Arbeiter- und Beamtenkolonien und den Gesell 
schaften, auch wird seine Mitwirkung bei größeren Feierlichkeiten stets freudig begrüßt. 
Ein besonderer Dirigent leitet Übungen und Konzerte. 
Dem Orchesterverein zugegliedert ist das Trommler- und Pfeiferkorps, das sich aus 
jugendlichen Arbeitern zusammensetzt. Es hält wöchentlich eine Probe unter Leitung 
eines Tambours ab und wirkt bei den gleichen Gelegenheiten wie der Orchesterverein mit. 
STREICHORCHESTERVEREIN. Der Verein verfolgt den Zweck, die Pflege guter 
Streichmusik unter den Werksangehörigen zu pflegen. Er hat einen eigenen Dirigenten, 
der seine Aufführungen und Proben leitet. Neben eigenen Konzerten, die er im Erholungs 
haus, Gesellschaftshaus usw. veranstaltet, wirkt er bei größeren Veranstaltungen aller 
Art mit. 
MÄNNERGESANGVEREINE. Sowohl in Leverkusen wie in Elberfeld besteht je ein 
Männergesangverein. Beide haben Berufsdirigenten, die wöchentlich zweistündige Proben 
abhalten. Sie erblicken ihre Aufgabe darin, vor allem das deutsche Lied und die gute Chor 
musik einzuüben und auch die Geselligkeit unter ihren Mitgliedern zu fördern. Sie errangen 
bei verschiedenen Sangwettstreiten bereits Preise und veranstalteten wiederholt eigene 
Konzerte; auch wirken sie bei Konzerten anderer Vereine und bei Festlichkeiten und Theater 
aufführungen mit. 
MÄDCHENGESANGSABTEILUNGEN. Um den Arbeiterinnen Gelegenheit zur Er 
lernung des Gesanges, besonders der Volkslieder zu geben, wird ihnen seitens der Firma 
während der Arbeitszeit wöchentlich eine Gesangstunde erteilt. Auch ist das Singen während 
der Arbeitszeit gestattet. Diese Abteilungen, welche zurzeit rund 500 Teilnehmerinnen 
zählen, beteiligen sich auch an einzelnen Aufführungen des Männergesangvereins und an 
Festlichkeiten. 
Wegen der großen Zahl der Mädchen wird in drei größeren Gruppen geprobt. Eine Aus 
lese der besten Sängerinnen bildet als Mädchengesangsgruppe des Jugendvereins eine kleinere 
Abteilung für sich. 
TURN- UND SPIELVEREIN. Der Verein, im Jahre 1904 gegründet, fördert in erster 
Linie das Turnen als ein Mittel zur körperlichen und sittlichen Kräftigung bei gleichzeitiger 
Pflege vaterländischer Gesinnung, wie auch jede sonstige vernünftige Leibesübung, je nach 
Bedürfnis und vorhandenen Mitteln. Er veranstaltet regelmäßige Turnabende für Männer, 
für junge Männer, für Frauen und für Mädchen. Außerdem unterhält er eine besondere 
Fußball- und eine Schwimmriege, deren Einrichtungen und Befugnisse in Sondersatzungen 
festgelegt sind. 
Der Verein ist Mitglied der deutschen Turnerschaft, der deutschen Schwimmerschaft 
und des westdeutschen Spielverbandes; er hat auf auswärtigen Veranstaltungen wiederholt 
Ehrenpreise errungen, ferner hat er verschiedentlich bei Fabrikfestlichkeiten durch Schau 
turnen, Stellung lebender Bilder, Reigen u. dgl. mitgewirkt. Es stehen ihnen innerhalb 
der Fabrik eine Turnhalle, im Erholungshaus der große Saal und verschiedene Spielplätze 
zur Verfügung. Eine besondere Turnhalle soll baldigst gebaut werden. 
JUGENDVEREIN. Da eine ordentliche Jugendpflege die Vorbedingung zur Gesundung 
unseres Volkes in körperlicher und geistiger Hinsicht ist, ist für diesen Verein eine besonders 
sorgsame Organisation geschaffen. Näheres darüber befindet sich in dem „Handbuch 
der Jugendpflege“, wo der Verein als Musterbeispiel der Jugendpflege in der Großindustrie
	        
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