Full text: Volkswirtschaftspolitik

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Allgemeine Gütererzengungspolitik. 
onen Einwohner —das Stammland, das auf seinen 92575 qkm 
5,42 Millionen Einwohner (1900) zählt. Bei allen anderen 
Ländern bleibt die Bevölkerung der Kolonien beträchtlich 
hinter der deZ Mutterlandes zurück. Das gilt auch^ür Deutsch 
land. Sein Stammland hat aus 540 778 qkm 60,64 Millionen 
Einwohner (1905), seine Kolonien auf 2,65 Millionen qkm 
12,4 Millionen Einwohner. 
Die Kolonialpolitik an sich ist für große aufstrebende Volks- 
wirtschaften etwas Gegebenes, da ihnen ein gewisser Aus- 
dehuungsdrang und das Bedürfnis nach größerer Mannig 
faltigkeit der verfügbaren Gütererzeugungsmöglichkeiten von 
selbst innewohnt. Ihr wirklicher Wert hängt aber von der 
wirtschaftlichen Entwicklungsfähigkeit der Pflanzgebiete und 
von dem Geschick ab, mit dem diese Entwicklungsfähigkeit einer 
dauernden ergiebigen Verwertung zugeführt wird. Gerade 
auf diesem Gebiete bedarf es einer weiten Voraussicht 
und des Mutes zu oft großen Opfern im Hinblick auf 
künftige, selbst späte Erfolge für das Staatsganze, weiter 
aber auch einer besonderen Geschicklichkeit bei der allmäh 
lichen Überleitung in höhere Stufen der Wirtschaft und 
Gesittung. 
Ein weiterer wichtiger Zweig der Bevölkerungspolitik ist 
die Binnenwanderungspolitik. Die Binnenwanderung, 
d. h. die räumliche Bewegung und Umsiedlung der Bevöl 
kerung innerhalb des Staatsgebiets ist in der neueren Zeit 
zu einer der wichtigsten volkswirtschaftlichen Erscheinungen 
geworden. Kann sie auch zahlenmäßig nicht genau, ersaßt 
werden, so ist es doch zweifellos, daß in allen vorgeschrittenen 
Staaten ein sehr großer Teil der Bevölkerung an der Binnen 
wanderung beteiligt ist. Das wirtschaftliche Ziel der Binnen- 
waridernngspolitik ist die Ermöglichung der zweckmäßigsten 
Verteilung der Arbeitskräfte auf die einzelnen Bedarfspunkte. 
Die neuere Entwickelung hat hierbei — gestützt aus und in
	        
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