Full text: Volkswirtschaftspolitik

74 Allgemeine Gütererzeugungspolitik. 
Wicklung nicht genommen, so daß hier das Eingreifen mit 
neuen gesetzlichen Bestimmungen nötig geworden ist; in 
Österreich und Ungarn sind sie aber noch nicht so weit aus 
gebaut wie in Deutschland. 
Selbst wenn lediglich ehrliche Mittel gebraucht werden, 
führt der uneingeschränkte Wettbewerb wegen der Ungleich 
heit der Wettbewerbsbedingungen zu Schädigungen der 
schwächeren und, zur weiteren Stärkung der kräftigeren Be 
triebe. Das dient im ganzen dazu, die fachliche Leistungs 
fähigkeit zu steigern. Die Volkswirtschaftspolitik muß aber 
auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wirkungen 
solcher Verschiebungen ins Auge fassen. Die Ungleichheit der 
Wettbetverbsbedingungen gegenüber anderen Volkswirt 
schaften durch bestimmte' Maßnahmen auszugleichen hat die 
Volkswirtschaftspolitik kein Bedenken getragen. Die Ungleich 
heit der Wettbewerbsbedingungen innerhalb der eigenen 
Volkswirtschaft nicht einfach als gegeben und unabänderlich 
hinzunehmen, kann geboten sein, wenn die Volkswirtschaft 
aus wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen auf den 
Fortbestand der gefährdeten Klein- und Mittelbetriebs 
formen Wert legen muß. Eingriffe zu deren Gunsten dürfen 
freilich nicht das Emporkommen neuer und leistungsfähigerer 
Betriebsformen unmöglich machen oder in bedeutendem Um 
fang erschweren. Dem steht entgegen die große Wichtig 
keit, die der Vermindemng der toten Kosten im wirtschaft 
lichen Getriebe des Volkes beizumessen ist. Deshalb ist bei 
Eingriffen in den ehrlichen Wettbewerb besondere Vorsicht 
geboten. An Betätigungen auf diesem Gebiete fehlt es nicht. 
Für die Gütererzeugung kommen namentlich die Maßregeln 
in Betracht, die durch schärfere steuerliche Belastung der 
Großbetriebserzeugung einen gewissen Schutz zugunsten 
der Klein- und Mittelbetriebserzeugung herbeiführen wollen, 
z. B. in der neueren deutschen Gesetzgebung über Brannt-
	        
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