wäre für das Volksganze zweifellos besser, wenn die mit. der Absatz-
prämie vom Staate gewährte teilweise Zurückvergütung überzogener
Abgaben in irgendeiner Form beibehalten würde, bis dauernde Ent-
lastungen auf anderen Gebieten erreicht sind, zumal eingehende, durch
Beamte des Handelsministeriums und der Deutschen Treuhand-Gesell-
schaft vorgenommene Buchprüfungen ergeben haben, daß. die Selbst-
kosten zwar eine sinkende Tendenz zeigen, daß aber in dem Prüfungs-
zeitraum ein Gewinn trotz der Absatzprämie nicht erzielt worden ist.
Ein Beispiel: Während 1913 an Sozialabgaben je Hauer etwa 14 M.
oder 6°/, des Wertes der mönatlichen Erzeugung eines Mannes abge-
führt werden mußten, erhöhte sich diese Abgabe in der Nachkriegszeit
auf 46,52 RM. oder fast 25°, der Werterzeugung eines Bergarbeiters.
Es liegt auf der Hand, daß bei Beibehaltung dieses Systems der Kopf-
belastung die Rohstofferzeugung auf die Dauer nicht konkurrenzfähig
bleiben kann.
Die Verteuerung durch die allgemeine Geldentwertung, wie sie
sich aus den Indexzahlen ergibt, kann auch der an und für sich gesunde
Erzbergbau tragen, die unendlich erhöhten Abgaben an die öffentliche
Hand, wie sie sich aus den jetzigen Gesetzen ergeben, kann er aber
nicht tragen, ohne zum Erliegen zu kommen.
Der Vertrieb der Gesamterzeugung des Siegerländer Bergbau-
bezirkes liegt in der Hand des Siegerländer Eisensteinvereins G. m. b. H.
zu Siegen und erfolgt auf der Basis eines Gehaltes des trockenen Erzes
von
für Rohspat
für Rostspat
RM. je %-
Fe .
Mn .
SiOs .
Ca
33 46 0,45
6 8 0,90
10 | 12 0,30
0,125 0.250 0,081)
) on % Cn.
Der Wert der Siegerländer Erzerzeugung überschreitet heute schon
wieder 30 000 000 RM. im Jahr: Die Kurve der Preisentwicklung‘)
zeigt, daß der Preis des Rohspates heute nur etwa 9% über
dem. Preise des. Jahres 1913 liegt und der Preis für gerösteten Spat den
des Jahres 1913 nur um wenige Pfennige übersteigt. — Dabei sind bei-
spielsweise die Hauer-Durchschnittslöhne um 50°, die Kraftkosten
ebenfalls um über 50° und die Soziallasten um 213° gegen 1913
gestiegen.
Zur Beurteilung der Gesamtlage des Gebietes ist es besonders
interessant, daß ‚die wesentlichen Steigerungen gegenüber der Vorkriegs-
zeit auf Gebieten liegen, auf denen die Einflußnahme der Werksleitung
mehr oder weniger vollständig ausgeschaltet ist.
1!) Siehe Anlage 4, S. 113.
md