NACIITKÆGE.
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Zcitungsnacliricliten) ab mit der Summe vou 63 604,023 Doll., wovon
28’413,803 auf die Land- und Seemacht kommen.
Zu den allgemeinen Bemerkungen.
S. 338. Goldwährung. Soetbeers Behauptung, dass die über
seeischen Producto im Preise herabgegangen seien, ungeachtet der
Goldausbeute, widerlegt sich ebenfalls täglich mehr, sammt dem gan
zen darauf gebauten Raisonnement. Schon sind namentlich die I reise
von Kaffe und Häuten etc. äusserst bedeutend in die Höhe gegangen,
und man wird ein fortwährendes ferneres Steigen bei Zulassung der
Goldwährung nicht abzuwenden vermögen. Zulassung dieser Gold
währung heisst überhaupt jetzt: Selbdherhdfiihren einer constanten
Vertheuerung aller Bedürfnisse. Wenn von der Silberausfuhr nach
Asien mitunter in der unverständigsten Weise geredet wird, so muss
man fragen: ob denn irgend ein Mensch das Silber dorthin ver
schenkt? Der stärkere Silberbedarf in Ostindien ist übrigens da
durch erklärt, dass dort sogar die englischen Behörden (obwohl
in ihrer Heimath an Goldwährung gewöhnt) diese bisher in Hindostán
geduldete Goldwährung zu verdrängen und als eine Calami-
tät für die Zukunft abzuwenden suchen. Kann darin für Deutsch
land und die Schweiz ein Motiv zur Annahme jener nämlichen Wäh
rung liegen? ist es nicht vielmehr eine Warnung? Man redet zwar
nur von einer billigen Tarifirimg des Goldes im Verhältnisse zum
Silber. Allein jede dessfallsige Tarifirimg würde sich alsbald als
trügerisch erweisen, weil Gold überhaupt jetzt ebensowenig zum
Maassstabe dienen kann, als Gummi elasticum zur Anfertigung von
Metermaassen. Auch die niedrigste Goldtarifirimg würde in Kurzem
viel zu hoch sein, und man würde die Nachtheile der Geldcrise
verewigen, statt dieselben abzuschneiden, wie man voigibt.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass man dem Drängen der Zu-
nächstbetheiligten nachgeben, und meistens die Goldwährung zulasse,
d. h. mittelbar die Silberwährung aufgeben wird. Ganz gewiss ist es
aber, dass man die Abwendung des jetzigen kleinen und momentanen
Nachtheils, nur durch die Aufopferung jedes festen MaassSta
bes für den Preis der Werthe, erkaufen kann; d, h. dass man einen
Zustand dauernd herstellt, ähnlich demjenigen, unter welchem Oes
terreich (in Folge der Schwankungen seiner Valuta) so viel und so
schwer litt, alle Preisverhältnisse umstürzend, hazardspielmässig
Gewinn und Verlust bringend.