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Teile werden diese Hindernisse aber doch durch die
Verwendung der elektrischen Kraft aufgehoben. Sie
ist nicht örtlich gebunden. An jeden Ort und in be
liebiger Menge lässt sie sich transportieren. Verschieden
heiten im jeweils nötigen Kraftaufwande bedingen keinen
unnötigen Energieverlust. Versuche, welche mit der
Verwendung der Elektrizität beim Pflügen, Dreschen,
Schroten usw. gemacht worden sind, haben durchaus
zufriedenstellende Ergebnisse geliefert. Auch die von
Prof. Oldenburg*) angestellten Rentabilitätsberechnungen
für Handbetrieb und elektrischen Dreschmaschinenbetrieb
sprechen nur zugunsten des letzteren. Der Landwirt
scheut allerdings vielfach noch vor den Anlagekosten
zurück, die natürlich sehr differieren, je nachdem die
Konsumstellen nahe bei einander oder in grösseren Ab
ständen sich befinden. Bei kleineren bäuerlichen Be
trieben fehlt es auch noch an der genügend geschulten
Bedienungsmannschaft. Schlieslich ist es der dem
Bauern besonders eigentümliche „Hang am Alten“, der
neue Betriebsweisen schwer aufkommen lässt. Nichts
destoweniger wird es hier für die elektrische Industrie
in absehbarer Zeit sehr viel zu tun geben. Dass schon
erfolgreiche Versuche gemacht worden sind, den Pflanzen
wuchs elektrisch zu forcieren, sei als interessante „Er
rungenschaft der Gegenwart“ nur kurz erwähnt. Ebenso
mag nicht unterlassen werden, auf die in Deutschland
mit Ueberlandzentralen angestellten Versuche hinzu
weisen.
Wenn zwar wenig, so doch immerhin gibt es selbst
in der Forstwirtschaft Anwendungsgebiete für Elektri
*) Siemens & Halske: Die Elektrizität in der Landwirtschaft,
Berlin 1903.