Full text : Versicherung und Wirtschaft

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Abhängigkeit  von  der  ihn  umgebenden  Außenwelt  der  Sachgüter ­
  begründet  sind,  so  sind  auch  die  künstlichen  Bedürfnisse
(„Kulturbedürfnisse")  durch  die  gesellschaftliche  Natur  und  die
unumgängliche  Abhängigkeit  von  der  gesellschaftlichen  Gemeinschaft ­
  bestimmt:  Art  und  Umfang  der  Bedürfnisse  sind  von
der  natürlichen,  wie  auch  insbesondere  von  der  sozialen  Ordnung
der  Dinge  so  abhängig,  daß  auch  der  künftige  Bedarf  trotz
seiner  Veränderlichkeit  in  jeder  Wirtschaft  als  eine  voraussehbare
Größe  erscheint.  Die  künftigen  Bedürfnisse  spielen  allerdings
erst  dann  eine  Rolle,  wenn  die  Fähigkeit  entwickelt  ist,  ein
künftiges  Bedürfnis  eben  so  intensiv  zu  empfinden,  wie  ein
gegenwärtiges.  Sobald  das  Wirtschaftsleben,  die  Kultur  sich
so  weit  entwickelt  hat,  daß  der  Wirtschaftsbedarf  übersehbar
ist,  dann  herrscht  nicht  mehr  das  Bedürfnis  des  Augenblicks,
sondern  es  wird  die  Gesamtheit  der  Bedürfnisse  für  das  wirtschaftliche ­
  Verhalten  entscheidend.  —  Damit  wird  erst  eine
Wirtschaft,  d.  h.  „die  geregelte  Tätigkeit  und  Fürsorge  des
Menschen  zur  nachhaltigen  Beschaffung  und  zweckgemätzen  Verwendung ­
  der  zur  Befriedigung  seiner  Bedürfnisse  dienenden
Güter",  ermöglicht.  9°)  Denn  diese  wird  nicht  allein  durch  die
Erwerbstätigkeit,  als  Organisation  der  Güterbeschaffung  bestimmt, ­
  sondern  sie  erhält  recht  eigentlich  ihren  Begriff  durch
die  Organisation  der  Eüterverwendung.  Eine  planvolle  Tätigkeit ­
  zur  Befriedigung  der  Bedürfnisse  besteht  hiernach  außer  in
der  Güterbeschaffung  in  der  Verteilung  des  Einkommens,  d.  h.
der  „Summe  von  Werten,  welche  im  Laufe  einer  gewissen  Zeit
in  den  Besitz  einer  physischen  oder  juristischen  Person  als  Reinertrag ­
  ihrer  Wirtschaft  übergeht,  also  verbraucht  werden  kann,
ohne  die  Vermögenslage  zu  verschlechtern,"^)  auf  die  Wirtschaftsperioden. ­
  Sie  ist  mithin  nicht  nur  Geldausgabe  zur  Befriedigung ­
  gegenwärtigen  Bedarfs,  sondern  ganz  besonders  auch
Verwendung  des  gegenwärtig  nicht  verbrauchten  Vorrats  an
Wirtschaftsmitteln  zur  Sicherstellung  der  Befriedigung  zukünftiger ­
  Bedürfnisse:  Ersparung.  Die  Wirtschaft  hat  mithin,  um
0")  Lexis,  Allgemeine  Volkswirtschaftslehre  S.  2.
91 )  Conrad  a.  «.  O.  Bd.  I  S.  293.
            
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