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erfjofycn imb dadurch ihren Profit noch weiter zu schmälern, als er durch die
natürliche Entwicklung des Kapitalismus selbst schon herabgedrückt wird,
xcu ist ^onn auch einer der Hauptgründe dafür, daß die bürgerlichen
Parteren durchweg für Kriegsrustungen sind, wir aber mit aller Kraft dem
entgegentreten. 1
Die Krisen.
i.
. "Nun höre aber einmal, Gustav," begann Wilhelm wieder, nachdem
££ S^tlong nachdenklich vor sich hingeblickt hatte, „du sagst, die großen-
Massen der neu erzeugten Waren könnten deshalb nicht aufgebraucht wer
den, weil dre Lohne nicht in demselben Verhältnis steigen wie die Waren-
erzeugung, die Kapitalisten aber für ihren persönlichen Bedarf nicht Massen-
artikel verbrauchen, sondern Luxuswaren. Deshalb, sagst du, bleiben Massen-
arnkel übrig oder sie müssen dann „ins Meer geworfen", das heißt für
militärische Zwecke verwendet werden."
'^un, was dn zum Schluß sagst, ist nicht ganz richtig", unterbrach ich
ihn. Die Massenartikel werden nicht zuerst blind darauslos erzeugt und
dann für militariiche Zwecke u. s. to. verwendet, sondern die Produktion selbst
wird schon für diese Zwecke eingerichtet."
„Schön," antwortete Wilhelm, „das führt sogar noch näher zu der
Frage, die ich dir stellen wollte: Warum werden nicht einfach Luxuswaren
iur den Bedarf der Neichen erzeugt statt der Massenartikel, die sich dann als
unverkäuflich Herausstellen? Wenn die Produktion für die Zwecke des
Militärs eigens eingerichtet werden kann, so muß das doch auch für die
Luxuswaren möglich sein. Geschieht das aber, dann gibt es gar keine
Ueberproduktion mehr."
. "Das ist eigentlich ganz richtig", siel Karl beistimmend ein. „Wenn
zuviel Massenartikel und zu wenig Luxuswaren erzeugt werden, dann muß
doch der Preis der Luxuswaren steigen, und so wird es lohnend, sie zu pro
duzieren. Damit wäre doch eigentlich die ganze Schtvierigkeit gelöst."
„Das sieht allerdings sehr überzeugend aus", antwortete ich. „Aber
sehen wir einmal etwas genauer zu, wie es denn zu dieser ungeheuren
Steigerung der Produktion eigentlich kommt. Warum erzeugen denn die
Kapitalisten überhaupt so viel, daß sie dann nicht wissen, wohin mit all dem
Legen?
_ . --Weil jeder die Preise des anderen unterbieten will und deshalb
semen Betrieb erweitern muß; denn tip großen ist die Produktion immer
billiger als im kleinen", antwortete Karl.
,Manz richtig", erwiderte ich; „wir haben aber auch gesehen, welche
große Rolle dabei die Einführung von neuen Maschinen spielt. Ihr werdet
euch erinnern, daß der Kapitalist, der eine neue arbeitsparende Maschine
einfuhrt, dadurch einen Extraprofit macht. Dadurch zwingt er aber die an
deren Kapitalisten, ebenfalls solche neue Maschinen einzuführen, und so
wird die Produktion gerade in den mit Maschinen betriebenen Industrien
ungeheuer schnell gesteigert. Der kleine Gewinn, der durck die Steigerung
der Preise für Luxuswaren erzielt werden kann, kommt kaum in Betracht
neben den nesigen Extraprofiten, die von den einzelnen Kapitalisten durch
Einführung von neuen Maschinen gemacht werden können. So erklärt es
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