Full text : Kapitalismus und Sozialismus

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  Derbrängt  würbe,  bas  cine  blieb  immer,  batz  bem  Bauern  fern  Sanb
abhanden  kam,  batz  er  befreit  würbe  nicht  nur  von  feiner  Knechtschaft,  sondern ­
  zugleich  auch  Don  seinem  Besitz.  Aus  bem  leibeigenen  Bauer  würbe  bet
freie  Proletarier.  Der  schaute  sich  nun  natürlich  um,  tote  und  wo  er  ferne
Arbeitskraft  am  lohnendsten  verwerten  konnte,  er  war  bas  richttge  Ausbeutungsobjekt ­
  für  bas  Kapital."

Der  Ursprung  des  Kapitals.
„Jetzt  finb  wir  aber  Don  unserer  ursprünglichen  Frage  ganz  abgekommen",
  tonrf  hier  Wilhelm  ein.  „Du  versprachst  uns  boch,  etwas  Don  ber
Entstehung  ber  großen  Vermögen  zu  erzählen,  unb  statt  besten  hast  bu  über
die  Entstehung  bes  großen  Elenbs  gesprochen."  ..
Oho",  unterbrach  ich  ihn.  „Ich  habe  nur  von  ben  großen  Vermögen,
-u  erzählen  versprodien,  bie  zur  kapitalistischen  Ausbeutung  Dertoenbet
tttctöciL  Denn  toic  bu  selber  gefQQt  hust,  e§  reiche  Seute  febort  Ute!  früher
aegeben.  Aber  jetzt  wissen  wir  eben,  woraus  es  ankommt;  denn  nicht  jeber
Besitz  an  Gelb  ober  anbeten  Reichtümern  ist  beshalb  schon  ein  Kapital,
sondern  nur  ein  Vermögen,  bas  zur  Ausbeutung  freier  Arbeiter  Dertoenbet
wirb  Unb  deshalb  mußten  wir  zuerst  untersuchen,  wie  es  denn  überhaupt
dazu  kam,  baß  ein  freies  unb  zugleich  besitzloses  Mastenproletarrat  aufkam.
Es  fragt  sich  nun,  wo  unb  wie  bieses  Massenproletariat  zuerst  zur  Vermehrung ­
  bes  Vermögens  Dertoenbet  würbe.  .  ^  v .  nr
In  ber  Lanbwirtschaft  konnte  bas  neue  Verfahren,  btc  Anwenbung
freier  Arbeiter,  nicht  aufkommen;  benn  bie  würbe  noch  lange  Zeit  mit  Leibeigenen
  betrieben."
„Halt!"  schrie  ba  Wilhelm.  „Jetzt  habe  ich  bich  auf  einem  Wrber
spruch  ertappt.  Vorhin  hast  bu  uns  bewiesen,  baß  zuerst  bte  Bauern  befreit
werben  mußten,  bevor  ber  Kapitalismus  beginnen  konnte,  unb  jetzt  erzählst
du  uns,  er  habe  nicht  auf  bem  Laube  anfangen  können,  weil  bort  bie  Arbeiter
noch  leibeigen  waren.  Da  ist  er  also  boch  zur  Zeit  der  Leibeigenschaft  entstanden." ­
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„Richtig,  jetzt  hat  er  mich",  sagte  ich  lachend.  „Aber  es  ist  sehr  gut,  bag
bu  mich  hier  gleich  auf  einen  sehr  wichtigen  Punkt  aufmerksam  machst.  Man
darf  sich  nämlich  nie  vorstellen,  baß  große  wirtschaftliche  Umwälzungen  mit
einem  Ruck,  ganz  plötzlich  unb  unbemittelt,  vor  sich  gehen.  Auch  die  großen
Revolutionen  verwirklichen  nur  bas,  was  schon  lange  vorbereitet  ist,  sie
bringen  nur  bie  Keime  zur  schnelleren  Reife.  So  war  es  auch  mit  der  sogenannten ­
  „Bauernbefreiung".  In  Preußen  zum  Beispiel  zieht  sich  dieser
Prozeßburchmehralshunbert  Jahre  hin.  Während  dieser  ganzen  Zeit  war  es
bas  Bestreben  ber  Grundbesitzer,  bie  Bauern  vom  Land  nach  Möglicksteit
zu  verdrängen  unb  dieses  sich  selbst  anzueignen.  Während  dieser  ganzen  Zeit
wurden  denn  auch  fortwährend  Bauern  um  ihren  Besitz  gebracht  unb  zum
Teil  als  Proletarier  in  bie  Stabt  getrieben.  Dort  entstand  denn  auch  mit
diesen  freien  Arbeitern  bie  erste  von  ben  Hanbwerkszünften  unabhängige
Industrie.  Das,  was  dein  Großvater  miterlebt  hat,  bas  war  nur  ber  Schlußakt ­
  des  großen  Dramas.
Die  großen  Besitzungen  ber  Adeligen  unb  ber  Kirche  eigneten  sich
überhaupt  nicht  sehr  für  bie  Entstehung  ber  Industrie,  wenn  freilich  schon
frühzeitig  auch  bort  Mahl-  unb  Sägemühlen,  Bierbrauereien,  Schnaps-
            
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