tmgenbe Antwort, wenn ich sage, der Preis des Anzugs besteht aus dem j
Preis des Rohmaterials, dem Preis der Lebensmittel, welche die Arbeiter j
brauchen, die ihn anfertigen u. s. to."
„Du hättest den Vergleich sogar noch weiterführen können," entgegnete |
ich. „Denn so wie man sagt, der Stoff ist so viele Meter lang, so sagt man •
beim Preis, der Anzug ist soundso viele Mark wert. Was das Metermatz für:
die Länge, das ist das Geld für den Wert."
„Da gibst du mir also doch auch einmal recht," bemerkte Wilhelm 1
lachend, „das ist selten genug." •
„Aber danach habe ich ja gar 'nicht gefragt", mischte sich nun Karl j
wieder ins Gespräch. „Ich wollte nicht wissen, wie der Preis einer Ware ge-1
messen wird, sondern warum er eine bestimmte Höhe hat." Sich an Wilhelm
wendend, fuhr er darauf fort: „Wenn zum Beispiel eine Kundschaft zu euch
ins Geschäft kommt und auf einen Anzug weisend sagt: „Warum ist denn
der so teuer?", dann möchte ich dir nicht raten zu antworten: „Weil er >
50 Mk. kostet". Von der Auskunft wäre die Kundschaft sicherlich ttfentg be i
friedigt." . !
„Nein," sagte Wilhelm lachend, „in einem solchen Falle müssen^ wir!
immer sagen, das komme daher, weil die Arbeiter jetzt so hohe Löhne
verlangen."
„Na, siehst du," meinte nun Karl, „deine Weisheit von dem Geld als I
Maßstab des Wertes nützt uns gar nichts, wir wissen jetzt nicht mehr als
früher, wovon eigentlich der Preis abhängig ist."
„Wenn wir darüber etwas wissen wollen," meinte ich, „müßten wir doch
wohl zuerst untersuchen, ob der Wert eine Eigenschaft der Ware selbst istj
oder nicht."
„Ja was sollte er denn sonst sein?" fragte Karl erstaunt. „Ob tcE)j
sage, der Hut hat eine schwarze Farbe, oder, der Hut kostet 5 Mk., in beiden!
Fällen sage ich doch, daß der Hut eine bestimmte Eigenschaft hat."
„So ganz gleich ist das aber doch nicht," wandte ich ein. „Ob du deib
Hut in Berlin oder in Amerika anschaust, immer ist er schwarz; er kann
aber in Berlin 5 Mk. wert sein, in Amerika jedoch vielleicht 7 Mk. So ist
zum Beispiel Getreide in Amerika viel billiger als bei uns. Am Getreide
selbst kann aber die Ursache des Unterschiedes nicht liegen, denn das hat dort
die gleiche Bedeutung als Nahrungsmittel wie bei uns."
„Der Unterschied der Werte", meinte Wilhelm, „kommt, soviel ich
weiß, daher, daß es in Amerika viel mehr fruchtbaren Boden gibt als bei
uns."
„Das stimmt nicht recht," erwiderte ich; „der Boden ist in Amerika im
allgemeinen nicht besser als bei uns; aber Amerika ist noch lange nicht so
dicht besiedelt wie Europa, und so brauchen sie dort den Boden nicht so aus
zunützen, sie düngen sehr wenig und begnügen sich mit dem, was der Boden
bei leichter Bebauung hergibt. In den Vereinigten Staaten trägt der gleiche
Acker kaum die Hälfte der Frucht wie in Deutschland; aber die darauf ver
wendete Müh? und Arbeit ist noch viel weniger als die Hälfte dessen, was
in Deutschland gebraucht wird. Weil aber das Land so dünn bevölkert ist,
haben die Amerikaner an ihren Vorrären nicht nur genug, sie können nod) ;
sehr viel davon exportieren. Dazu kommt ferner, daß sie mehr und besser?
Maschinen anwenden als wir, hauptsächlich aber auch, daß sie kein Militär
haben und daher viel weniger Steuern aufzubringen brauchen. Ihr seht
also, daß der Unterschied nicht im Getreide liegt, sondern in den sozialen