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arm. Das Gleichgewicht stellt sich erst dann wieder ein, wenn drei Hüte sich
gegen zwei. Röcke vertauschen, das heißt, wenn die Arbeitswoche des Hut
machers so viel Wert schafft wie die des Schneiders."
„Das verstehe ich aber nicht recht," warf Karl dazwischen. „Warum
müssen die Röcke billiger und die Hüte teurer werden, weil mehr Leute»
Schneider und weniger Hutmacher geworden sind?"
„Stell' dir vor," antwortete ich, „in der Stadt, von der imr reden, j
brauche man im Jahre 2000 neue Röcke und 1000 neue Hüte. Wenn jetzt statt
dessen 3000 Röcke erzeugt.worden sind, dann müssen 1000 Röcke unverkauft
bleiben, und deshalb wird jeder Schneider zusehen, die von ihm angefer
tigten nchglichst bald loszuschlagen, damit sie ihm nicht liegen bleiben, er I
wird daher im Preis heruntergehen müssen. Da das aber die anderen auch
tun, muß der einzelne noch weiter gehen, und so sinkt der Preis fort- j
während. Bei dem billigeren Preis werden dann auch mehr Röcke gekauft j
als bei dem höheren. Umgekehrt, wenn statt 1000 Hüte nur 700 gemacht |
worden sind, dann müssen sich die Käufer überbieten, damit sie noch einen j
Hut kriegen und nicht barhäuptig herumlaufen müssen und am Ende I
den Sonnenstich kriegen."
„Gut," sagte Wilhelm nach einigem Zögern. „Das stimmt also, das
müssen wir als richtig anerkennen; aber jetzt komme ich mit meinem Ein-»
wand : Wie steht denn die Geschichte, wenn das Tuch des Schneiders nicht den I
gleichen Wert hat wie der Filz des Hutmachers, sondern vielleicht den
doppelten? Dann können doch die drei Hüte nicht wieder soviel wert I
sein wie die zwei Röcke."
„Freilich nicht," bestätigte ich. „Ich sprach aber auch vorhin nur von dem I
Wert, den der Schneider und der Hutmacher ihren Rohstoffen hinzugefügt
haben. Dieser Wert war eben in beiden Fällen gleich, da die beiden gleich j
lange Zeit arbeiteten. Doch untersuchen wir jetzt also den Fall, daß das |
verarbeitete Tuch doppelt soviel wert war wie der verarbeitete Filz. Wir
können da wieder denselben Weg einschlagen wie vorbin. Wenn zum Bei
spiel der Wollscherer, der Spinner und der Weber, die an dem Tuch ge-!
arbeitet haben, die gleiche Zeit daran gearbeitet hätten wie der Wollscherer
und der Walker, die zusammen den Filz herstellten, das Tuch aber schließlich,
doppelt soviel wert wäre wie der Filz, was würde dann geschehen?"
„Dann würden alle Walker Spinner und Weber werden wollen," ant
wortete Wilhelm.
„Ja, wenn sie gleich lange Zeit arbeiten, dann erzeugen sie doch gleichen
Wert, das haben wir ja eben erst gesehen," ergänzte Karl. „Das ist ganz so
wie beim Schneider und Hutmacher. Wenn Tuch und Filz gleich lange Ar
beitszeit gebraucht haben, kann eben das Tuch nicht doppelt fo teuer sein i
wie der Filz."
„Wenn das aber nun doch der Fall ist," wandte ich ein, „dann müssen
wir eben annehmen, daß sie nicht gleich viel Arbeit gekostet haben."
„Aha," meinte Wilhelm nach einigem Nachdenken, „dann steckt eben in
dem Tuch auch doppelt soviel Arbeit drin wie im Filz, und deshalb hat es
den doppelten Wert. Wie steht es aber nun mit dem Wert von Hüten und:
Röcken?"
„Das hängt wieder," erwiderte ich, „davon ab, wieviel Wert Verhältnis- j
mäßig im Rohmaterial und wieviel in der Verarbeitung steckt. Wenn zum
Beispiel die Herstellung des Tuches vier Arbeitswochen eines Mannes ge- :
kostet hat, wie lange muß dann die Herstellung des Filzes gedauert haben?" I
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