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„Nun, fünf," antwortete Wilhelm, „wenn jeder wieder 100 Tage
arbeitet. Dasselbe Ergebnis wäre natürlich erzielt, wenn die zehn Arbeiter
nur mehr je 50 Tage arbeiteten."
„Wie groß würde dann der Wert gegenüber dem früheren Zustand
fein?" fragte ich.
„Die Hälfte," antworteten Karl und Wilhelm zugleich.
„Wenn aber nun die zehn Arbeiter nicht jeder nur 50 Tage arbeiten,
sondern 100 Tage und so 10.000 Krawatten erzeugen, während nur 5000
gebraucht werden, dann haben sie 50 Tage zu viel gearbeitet.. Nicht wahr?
Dann wären nur 50 Tage notwendige Arbeitszeit, 50 Tage aber über
flüssig."
„Ah, da erhält aber der Ausdruck „notwendige Arbeitszeit" auf einmal
eine ganz neue Bedeutung," rief hier Wilhelm dazwischen. „Früher sprachst
du so davon, daß wir annehmen mußten, du meintest die Arbeitszeit, die
notwendig ist, um ein Produkt herzustellen. Jetzt auf einmal soll es so viel
heißen, wie die Arbeitszeit, die notwendig ist, um den Bedarf zu decken.
Das schmeckt stark nach Schwindel."
„Na, na!" erwiderte ich, „du brauchst nicht gleich grob zu werden.
Bon Schwindel ist da gar keine Rede. Ihr braucht euch nur zu erinnern,
daß wir ausdrücklich davon sprachen, daß das Wertgesetz so, wie wir es
ableiteten, nur für die einfachen Verhältnisse des Handwerks gilt, welches
sür die Kunden auf Bestellung arbeitet. Da kann so etwas wie mit den
Krawatten in unserem Beispiel nicht passieren: denn da weiß jeder Meister
schon un voraus, wie groß der Bedarf nach seinen Waren ist. Heute ist das
aber längst nickst mehr der Fall. Da produziert jeder für den Markt und
weiß nicht, wer etwas braucht, und wieviel er anbringen wird, er weiß
ja nickst einmla, wieviel die anderen, seine Konkurrenten, erzeugen. Wüßten
zum Beispiel in der Stadt, von der wir soeben sprachen, die zehn Arbeiter,
wieviel jeder von ihnen herstellt und wie groß der Bedarf ist, dann würde
leder nur 50 Tage arbeiten und die Krawatten zu ihrem Wert verkaufen.
Da das aber keiner weiß, arbeitet jeder doppelt so viel als notwendig und
'.nuß daher das einzelne Stück um die Hälfte des Wertes verkaufen."
„Also kommt der Einfluß von Angebot und Nachfrage," unterbrach
iitict) Karl, „nur daher, daß heute kein Produzent vom anderen und von
der Kundschaft etwas weiß."
„Ganz richtig," erwiderte ich. „Angebot und Nachfrage sind die Art!
wie heute Sie Produzenten und ihre Kundschaft sich gegenseitig mitteilen,!
was sie hergestellt haben, und was sie brauchen."
„Da danke ich dafür," erwiderte Karl; „da ist es ja.schon zu spät!
wenn die Waren schon fertig auf den Markt gebracht sind. Was nützt es
denn nachher den Krawattenmachern, wenn sie erfahren, daß sie zu viel
Krawatten hergestellt haben?"
„Ja, das ist heute eben so", entgegnete ich. „Kein Produzent weiß,
ob die Arbeit, die er in die Ware steckt, auch gesellschaftlich notwendig ist,
das heißt, ob der Bedarf nach dem Artikel ebenso groß ist, wie die Menge
der Waren, die hergestellt wird, und zwar nicht nur von ihm hergestellt,
sondern auch von allen seinen Konkurrenten, die er meist gar nicht kennt.
So weiß keiner, ob er seine Ware zu dem Wert, den er ihr durch seine
Arbeit verleihen wollte, auch anbringen wird."
„Aber das ist ja wie in der Lotterie!" rief Wilhelm. „Da ist doch jede
Produktion das reinste Glücksspiel."
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