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ist natürlich aus einer großen Fabrik, das Blechgeschirr und die Eisenwaren
erst recht, und so ging es fort. Alles, was ich dort sah, stammte aus großen
Fabriken, und da fiel mir ein, daß diese kleinen Geschäfte doch für diese
großen Unternehmungen notwendig sind. Die Porzellanfabrik zum Beispiel
kann doch nicht jeder Hausfrau nachlaufen, die einen Topf braucht, und die
.Hausfrau hat auch nicht Zeit, wegen jedes Topfes viele Straßen weiter zu
laufen bis zur Niederlage der großen Blechgeschirrfabrik."
„Ja, das ist ganz richtig," entgegnete Wilhelm: „aber warum errichten
denn dann die großen Firmen nicht selbst Filialen in allen Straßen?
Warum überlassen sie das Geschäft und den Nutzen den kleinen Händlern?
lind dann trifft das, was du da sagst, doch auf viele von diesen kleinen
Leuten nicht zu. Der Schuster zum Beispiel macht die Schuhe, der Schneider
die Kleider selbst. Und schließlich beweist du mit dem, was du da sagst, nur,
wie notwendig die Kleinen für die Großen sind. Die wären also Narren,
wenn sie jene auffräßen."
„Nun, ich denke," unterbrach ich hier die Debatte der beiden, dir
hitzig zu werden begann, „wir schauen uns zunächst das, was Wilhelm be
obachtet hat, noch etwas genauer an. Wir können ja'einmal statt hier im
Park auch d.urch die Straßen schlendern, und da werden wir vielleicht auch
Aufschluß über unsere Frage bekommen."
Wir verließen also den Tiergarten und bummelten in den an
grenzenden belebten Straßen. „Nun also," begann Wilhelm: „da schaue
nur einmal, an jeder Straßenecke beinahe ist ein Zigarrenladen."
„Ja," antwortete Karl lachetrd; „aber alle gehören drei Firmen. Schau
dir doch nur die Firmenschilder an. Ueber all kommen wieder dieselben
Namen vor."
Wilhelm war etwas ärgerlich, daß sein erster Versuch mißglückt war.
„Nun, so zähle einmal die Wirtschaften in dieser Straße," sagte er; „das
sind doch lauter selbständige Gewerbetreibende."
„Weißt du das so sicher?" fragte- ich. „Sehen wir uns einmal die'
Schilder an. Hier steht groß angeschrieben, daß man Patzenhofer Bier kriegt,
dort bekommt man welches aus der Schultheiß-Brauerei u. s. to."
„Natürlich," unterbrach mich Wilhelm eifrig, „kann ein Wirt oft nicht
bei drei oder vier verschiedenen Brauereien kaufen; aber deshalb bleibt er
doch ein selbständiger Mann."
„Wenn er nur von einer Brauerei sein Bier bezieht, dann ist er
doch eigentlich nur der ihr Agent," antwortete Karl.
„Jetzt schauen wir aber einmal ein wenig hinter die Kulissen,"
sagte ich. „Ich habe eine Zeitlang einmal bei Gericht gearbeitet, und da
habe ich eine Menge Prozesse von Brauereien gegen Wirte kennen gelernt.
Das ist sehr häufig so, daß die Brauerei irgendeinem armen Teufel ein
Lokal einrichtet. Er selbst steckt die paar hundert Mark, die er vielleicht
durch jahrelange Arbeit erworben und erspart hat, auch noch ins Geschäft
und eröffnet jetzt mit dem Geld der Brauerei und seinem eigenen die Gast
wirtschaft oder Destille. Der Brauerei muß er aber nicht nur die Zinsen'
von dem geliehenen Kapital zahlen, sondern er muß das Bier bei ihr neh
men. Den Preis diktiert natürlich die Brauerei, und über die Dualität
darf er sich a^uch nicht beklagen, denn der Brauereibesitzer hat ihn ganz in!
der Hand. So geht es ein paar Jahre fort, der Wirt schlägt oft kaum den-
Lohn seiner eigenen Arbeit und den seiner Frau und eines Schankburschen s
heraus. Manchmal geht es freilich gut, und dann gelingt es ihm auch, sich
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