Full text: Kapitalismus und Sozialismus

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Erzeuger von Zündhölzern und noch eine große Anzahl anderer Industrien I 
bereits organisiert und fast täglich kann man von neuen solchen „Kartellen" 
und „Trusts" hören, die oft nicht mehr auf ein Land und auch oft nickt 
mehr auf eine Industrie beschränkt sind. So ist zum Beispiel die Petroleum- j 
Produktion fast der ganzen Welt bereits in einer Hand vereinigt und der- 1 
selben Gesellschaft gehören eine ganze Reihe von Eisenbahnen und Dampfer- j 
linien. Diesen neuen Herrschern zahlt jeder seinen Tribut, der heute eine 1 
Petroleumlampe brennt, aber auch, wer irgendwie eine Maschine braucht, 1 
die mit Rohöl gespeist wird, und endlich, wer mit den Eisenbahnen und 
Dampfern jener Gesellschaft fährt oder mit ihnen Güter befördern will: ja 4 
jeder muß dieser Gesellschaft seine Steuer entrichten, der Waren kauft, die > 
mit solchen Maschinen hergestellt oder auf solchen Linien befördert worden 1 
sind. Gegen diese Riesen kommt keine Konkurrenz mehr auf, und selbst die 1 
Staatsgewalt erweist sich gegen sie oft ohnmächtig." 
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Der Arbeitslohn. 
„Welches war also", begann ich wieder, „der Gesellschaftszustand, für 1 
den wir das Wertgesetz abgeleitet haben, daß sich die Waren im Verhältnis 1 
der Arbeitszeit vertauschen, die zu ihrer Herstellung notwendig ist?" 
„Nun, das war die Zeit meines Großvaters," antwortete Karl, „der 
als selbständiger Meister direkt für die Kundschaft ans Bestellung arbeitete.» 
Davon sind wir ausgegangen, daß das einmal der allgemeine Zustand ivnr. 1 
Der Großvater blieb aber, wie ich euch ja schon erzählt habe, kein selbstän- 1 
diger Meister, er kam in Abhängigkeit von einem Möbelhändler und mußte j 
für den arbeiten." 
„Es wird sich also nun", fuhr ich fort, „darum handeln, ob der Wert 1 
der Tische, Schränke u. s. w., die dekn Großvater herstellte, dadurch oer- j 
ändert wurde, daß sie nicht mehr von deinem Großvater selbst auf den Markt j 
gebracht wurden, sondern durch den Möbelhändler." 
„Der Möbelhündler verkaufte billiger als der Großvater," antwortete I 
Karl: „denn auf diese Weise unterbot er ihn ja und gewann die Kundschaft I 
für sich." — „Ganz so Hast du aber damals die Geschichte doch nicht erzählt", I 
warf ich ein. „Erinnere dich nur, wie du uns den Zorn deines Großvaters I 
darüber geschildert hast, daß der Händler schlechte Ware auf den Markt I 
warf und ihn dadurch unterbot. Die Schränke, Stühle u. s. w. des Hand- 1 
lers waren billiger, sie waren aber auch schlechter, sie enthielten weniger 1 
geschickte Arbeit als die Waren, die dein Großvater herstellte, und des-1 
halb konnte jener billiger verkaufen. Als dann aber dein Großvater 1 
aus dem Felde geschlagen und ruiniert war und nun selbst für den Händler I 
arbeiten mußte, da verkaufte der gewiß auch wieder gute „Qualitätsware" I 
an die kaufkräftige Kundschaft, und zwar zu dem alten Preis, den dein I 
Großvater früher erhalten hatte." I 
„Aber der Großvater bekam noch viel weniger von dem Möbel- | 
Händler als den früheren Preis der Möbel", rief wieder Karl dazwischen. 
„Freilich," antwortete ich, „sonst hätte ja der Möbelhändler kein Ge- | 
schüft, keinen Prbfit gemacht." — „Dann hat aber", meinte Karl, „der I 
Großvater nur einen Teil seiner Arbeit für sich selbst gemacht und den | 
anderen Teil für den Händler." 
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