Full text: Kapitalismus und Sozialismus

61 
hatten 
i m nie 
hielten 
vas sie 
ich sehe 
be ent 
stehen 
ter hie 
l ganz 
ist mir 
ier neu 
t wird, 
> wenn 
fl, eine 
menzn- 
Verein 
manns 
Kriege 
iU aus- 
h weiß 
cf), der 
er gibt 
letm es 
:b zum 
nimmt 
jäheren 
t nichts 
;e Wil- 
sierten, 
cheint." 
idernde 
isnützt, 
ch dazu 
müssen 
cht gut 
se kam 
rgte er 
ien am 
schützen 
trbeits- 
m den 
verrufensten Kneipen steht. Wenn mich sonst so einer von weiten! sieht, dann 
macht er, daß er werter kommt, und jetzt muß ich selber diese Kerle now 
beschützen. Das machte meinen Vater am meisten wütend gegen den Streik 
daß er als Schutzmann, als königlicher Beamter, solchen Galgenvögeln noch 
beinahe den Bedienten machen muß." 
„Siehst du," antwortete ich, „das kommt eben daher, daß sich ein 
anständiger Arbeiter zum Streikbrecher nicht hergibt. Aber wir stehen ja da 
auf demselben Standpimkt wie dein Vater. Auch wir sagen. Laß es ein Miß 
brauch ist, die Polizei zum Schutz dieser dunklen Ehrenmänner zu ver 
wenden. Dafür soll dein Vater nicht die Arbeiter verantwortlich machen, 
sondern die, die ihn zu diesen Dienst bestimmt haben." 
„Aber treten denn", warf Wilhelm ein, „die anderen Arbeiter der 
Gewerkschaft nur bei, weil sie mit den Unternehmern kämpft? Die Gewerk 
schaften haben doch, soviel ich weiß, auch allerhand Unterstützungskassen. 
Die dienen doch nicht dem Kampfe?" 
„Das läßt sich nicht so ohne, weiteres sagen", antwortete ich. „Sie alle 
erleichtern wenigstens den Kampf. So schützt zum Beispiel die Unterstützung 
der Arbeltslofen davor, daß diese gezwungen sind, um jeden Preis Arbeit 
anzunehmen und dadurch die Löhne zu drücken. Denselben Zweck verfolgt die 
Reiseunterstützung, und die bietet dabei noch den Vorteil, daß durch sie die 
Gewerkschaft darauf Einfluß gewinnt, wohin die Arbeiter reisen. Sie farm 
sie zum Beispiel davor warnen, an einen Ort zu gehen, wo gerade Lohn- 
kämpfe ausgebrochen sind." 
„Aber wenn das so ist," entgegnete Wilhelm nachdenklich, „wenn die 
Gewerkschaft m jeder Hinsicht so gut für die Arbeiter sorgt, dann verstehe ich 
erst recht nicht, wozu noch eine politische Partei notwendig ist, die doch, wie 
du sagst, denselben Zweck verfolgt wie die Sozialdemokratie. Wäre es da nicht 
besser, wenn die Arbeiter ihre ganze Kraft nur der Gewerkschaftsbewegung 
zuwenden würden?" 
„Aber Wilhelm!" unterbrach hier Karl. „Wie kannst du so etwas 
sagen? Hast du denn nicht die Artikel in der „Arbeiter-Jugend" gelesen, die 
ich dir neulich gegeben habe, besonders den über: „Die Gewerkschaften unter 
dem Sozialistengesetz"? Da hast du doch deutlich sehen können, daß die Politik 
für die Gewerkschaften nicht gleichgültig ist." 
„Freilich," entgegnete Wilhelm spöttisch, „aber den Nutzen der Politik 
für die Gewerkschaften konnte ich gerade da nicht sehen: denn hätten die 
Sozialdemokraten damals nicht durch ihre staatsfeindliche Agitation daS 
Sozialistengesetz veranlaßt, dann wäre den Gewerkschaften nichts geschehen, 
dann hätte ihnen Bismarck nicht ihre Rechte weggenommen." 
„Aber woher hatten denn die Arbeiter überhaupt die Rechte, die ihnen 
Bismarck mit seinem Sozialistengesetz wegnahm?" warf ich dazwischen. 
„Na, da siehst du es ja, Wilhelm!" rief Karl. „Erinnere dich an den 
Artikel: „Der Kampf um das Koalitionsrecht" in unserer Zeitung. Da 
konntest du es lesen, wie erst der politische Kampf der Arbeiterklasse das 
Koalitionsrecht schuf, wie die Arbeiter die Rechte, die sie haben, sich erst 
erobern mußten. Da kannst du also sehen, daß die wichtigsten Rechte, die 
die Gewerkschaften zum Leben brauchen, erst durch politischen Parteikampf 
erobert und dann behauptet werden mußten." 
„Uebrigens fällt mir jetzt da noch etwas ein, was die Wichtigkeit der 
Gesetzgebung für die Arbeiter zeigt", fuhr Karl fort. „Das sind die Arbeiter- 
ichutzgesetze. Da hat zum Beispiel unlängst meine Schwester Luise, die das
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.