Full text : Kapitalismus und Sozialismus

I

66

Inter*
'langt
Inter«
dem
beiter
lleidje
i  eine
sechs
:n  er*
Zöllen
»arum
mehr
leiterist ­
  es
maßmgen,

m  bei
ia  geie
  un-Wert

.  s.  to.
sind.
)  ihre
iofjren
lorfen
ersetzt
nüssen
ge  er-Jahre

0  Mk.
>orden
B  auch
Aber
erhöht
tk.  belbracht

r  als
nnden
id  das
seines
nieder
ißeren
daher
;r  Ar-„Das

  läßt  sich  doch  nicht  so  ohnetoeiters  behaupten",  antwortete  ich.
„Man  darf  nämlich  nicht  vergessen,  daß  der  Arbeiter  keine  Maschine  ist  und
daher  ermüdet.  So  kann  es  kommen,  daß  er  zum  Beispiel  in  acht  Stunden
ebensoviel  oder  vielleicht  sogar  noch  mehr  leistet  als  früher  in  zehn  Stunden,
und  tatsächlich  ist  das  auch  schon  oft  der  Fall  gewesen.  Dazu  kommt  noch,
daß  der  übermüdete  Arbeiter  viel  Ausschuß  macht,  schlecht  arbeitet  und  dadurch ­
  viel  Material  und  oft  sogar  auch  Werkzeug  und  Maschinen  verdirbt."
„Das  kann  ich  mir  ganz  gut  für  den  Handwerker  vorstellen,  aber  nicht
Titr  den  Fabrikarbeiter",  warf  Wilhelm  ein.  „Die  Schneider  zum  Beispiel,
die  für  unser  Geschäft  arbeiten,  können  vielleicht  in  kürzerer  Arbeitszeit
ebensoviel  oder  sogar  noch  mehr  leisten  als  in  einer  längeren;  denn  da
kommt  es  auf  die  Geschwindigkeit,  die  Geschicklichkeit  des  Arbeiters  an;
aber  in  der  Fabrik,  wo  Karl  arbeitet,  da  wird  doch  die  Geschwindigkeit  der
Arbeit  von  der  Maschine  angegeben,  da  kann  doch  der  Arbeiter  gar  nicht
flinker  arbeiten,  als  es  ihm  die  Maschine  erlaubt."
„Das  ist  schon  wahr,"  entgegenete  Karl;  „aber  wenn  der  Arbeiter  frischer
und  weniger  müde  ist,  dann  kann  man  eben  die  Maschine  schneller  laufen
lassen.  Ich  sehe  das  oft  zum  Beispiel  bei  unseren  Drehern.  Wenn  sie  morgens ­
  in  die  Fabrik  kommen,  dann  arbeiten  sie  ganz  leicht  an  der  Drehbank.
Am  Abend  brauchen  sie  schon  viel  länger  zum  Aufbringen  der  neuen  Werkstücke ­
  und  damit  gibt  es  auch  viel  mehr  verdorbene  Stücke,  Ausschuß.  Wenn
die  Arbeitszeit  kürzer  wäre,  dann  dürften  die  Drehbänke^wahrscheinlich  noch
schneller  laufen,  es  könnte  also  wahrscheinlich  in  acht  Stunden  mindestens
ebensoviel  geschafft  werden  wie  jetzt  in  neun."
„Ja,  aber  wenn  das  wahr  ist,"  warf  nun  Wilhelm  wieder  ein,  „dann
stimmt  das  doch  nicht,  was  du  früher  gesagt  hast,  warum  die  Unternehmer
so  sehr  gegen  die  Verkürzung  der  Arbeitszeit  sind.  Denn  wenn  die  Arbeiter
in  der  kürzeren  Zeit  so  viel  arbeiten  wie  vorher  in  der  längeren,  dann  ist
doch  nicht  recht  zu  verstehen,  warum  sich  die  Unternehmer  gerade  gegen  diese
Verkürzung  so  heftig  sträuben."
„Dieser  Einwand  hat  eine  gewisse  Berechtigung",  erwiderte  ich.  „Aber
erstens  dauert  es  gewöhnlich  einige  Zeit,  bis  die  Arbeiter  sich  so  an  die
kürzere  Arbeitszeit  gewöhnt  haben,  daß  sie  jetzt  ebensoviel  schaffen  wie  früher
in  der  längeren  Arbeitszeit.  Zweitens  tritt  dieser  Erfolg  auch  nicht  immer
und  überall  ein.  Oft  wird  nur  ein  Teil  der  Arbeitszeitverkürzung  auf  diese
Weise  wettgemacht;  drittens  aber,  und  das  ist  wohl  der  wichtigste  Grund,
ist  fast  immer  eine  Umformung  der  Maschinenanlagen  u.  s.  w.  erforderlich,
dannt  das  alte  Resultat  auch  bei  kürzerer  Arbeitszeit  erreicht  werden  kann.
Es  müssen  oft  neue  Maschineu  aufgestellt  und  die  alten  einer  schnelleren
Gangart  angepaßt  werden.  Das  alles  kostet  Geld,  oft  viel  Geld,  und  wenn
sich  diese  Anlagen  auch  oft  gut  rentieren,  macht  sie  der  Unternehmer,  doch
recht  ungern.  Wenn  er  das  Geld  hat  oder  leicht  geborgt  kriegt,  würde  er
es  lieber  zur  Erweiterung  seines  Unternehmens  verwenden.  Hat  er  das
Geld  nicht  und  auch  keinen  guten  Kredit,  so  kommt  er  nun  in  große  Verlegenheit. ­
  Jedenfalls  ärgert  er  sich,  daß  er  durch  seine  Arbeiter  gezwungen
wird,  sein  Geld  oder  seinen  Kredit  anders  zu  verwenden,  als  er  selbst
wollte."
„Ich  glaube,"  ergänzte  Karl,  „da  wirkt  wohl  noch  ein  Umstand  mit.
Eine  Lohnerhöhung  kann  man  oft  bald  wieder  rückgängig  machen  oder  der
Unternehmer  hofft  wenigstens,  daß  ihm  das  gelingen  werde.  Wenn  er  aber
eigens  Maschinen  hat  anschaffen  oder  renovieren  lassen  nrüsien  für  die  kürzere
5
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.