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der Damit beginnt, daß der industrielle Kapitalist Produktionsmittel
zur Produktion von Waren kauft, und damit endet, daß er die fertigen
Waren verkauft, worauf der Vorgang wieder von neuem beginnt, mit
Dem gewonnenen Geld neue Produktionsmittel gekauft werden u. s. nt.
Die Vorgänge bei diesem Prozeß gehen in erster Linie den
Kapitalisten an. Die Höhe seines Profits hängt nicht bloß davon ab,
wie hoch der Arbeitslohn, wie lange die Arbeitszeit seiner Arbeiter,
sondern auch davon, wie hoch der Preis seiner Rohmaterialien n. s. to.,
wie hoch der, den er für die tiertaufte Ware erzielt, wie rasch der
Umschlag seines Kapitals.
Der Arbeiter hat äü diesen Vorgängen wenig Interesse. Seine
Arbeitsbedingungen hängen direkt davon nicht ab. Wohl bleiben sie
nicht ohne Einfluß auf ihn. Bei hohem Preis des Materials, niederem
Preis der Ware wird der Kapitalist trachten, sich am Arbeitslohn schab-
los zu halten. Und je rascher der Umschlag des Kapitals vor sich geht,
desto wichtiger wird für den Kapitalisten der ungestörte Fortgang der
Produktion, desto größer sein Interesse, jeden Streik zu vermeiden.
Aber bei alledem hat der Arbeiter auf die Zirkulationsvorgänge
nicht den.geringsten Einfluß, sie werden ausschließlich vom Kapitalisten
geleitet, während bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen der
^Arbeiter doch ein Wörtchen mitzureden hat.
Der Klassengegensatz tritt im Bereich der Zirkulation auch wenig
in Erscheinung. Daher werden die Beweise für die Harmonie der
Interessen tion Kapital und Arbeit mit Vorliebe ans ihr entnommen.
Damit ist jedoch nicht gesagt, daß sie für den Sozialismus ohne
Belang ist. Dieser vertritt die Interessen nicht bloß der Lohnarbeiter
schaft, sondern Der Gesellschaft. Er baut auf die Lohnarbeiterschaft, weil
deren großes Gesamtinteresse zusammenfällt mit dem gesellschaftlichen
Interesse.
Dieses wird aber durch Die Zirkulationsvorgänge sehr stark
berührt. Aus ihnen entspringen bei der Anarchie zahlloser privater
Produktionsstätten die furchtbaren Wirtschaftskrisen, die für alle Sozia
listen des 19. Jahrhunderts ein ebenso starkes Argument zugunsten
gesellschaftlicher Produktion waren, wie die Ausbeutung der Lohnarbeit
im Produktionsprozeß.
Nie aber lebten wir inmitten einer so furchtbaren Zirkulations
störung wie eben jetzt, freilich einer ganz eigener Art. Entsprangen
die Krisen sonst der Schwierigkeit, für die fertige Ware Absatz zu finden,
so ^ liegt heute ihre ^Ursache in dem Mangel an Produktionsmitteln, die
während^ des Krieges aufs furchtbarste verwüstet wurden, indes ihre
Zkeuschaffung aufs äußerste eingeschränkt war.
3llle Klassen leiden sehr unter dieser Zirkulationsstörung, ganz
entsetzlich aber die Arbeiterklasse. Sonst brachte die Krise Arbeitslosig
keit, dabei aber doch ein Sinken der Preise. Heute gesellen sich zu den
schrecken der Arbeitslosigkeit noch die weit furchtbareren einer Steige
rung aller Warenpreise zu unerschwinglicher Höhe.