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schnittlich 2 Jahre. Nach Erfüllung dieser Pflicht muß der Arbeiter
seine Meisterprüfung machen, ehe er selbständig arbeiten darf.
Endlich verheiratet er sich, sobald er genügend Werkzeug, Wäsche
und Möbel hat. Hierbei bringen die Töchter der arbeitenden Bevölkerung
im allgemeinen ihrem Gatten nichts mit in die Ehe, so
daß dieser oft eine kleine Aussteuer in Möbeln oder Geld von seinen
Eltern empfängt. Von dieser Epoche an entwickeln sich die Haushaltungen,
in denen Ordnung und Sparsinn herrschen, schrittweise
zur Wohlhabenheit. Unglücklicherweise fehlen diese Eigenschaften
der größten Anzahl, und so bleiben die Familien dauernd in den
hier beschriebenen mittleren Verhältnissen. Sie streben danach, sich
sogleich allen physischen Genuß zu verschaffen, den die industrielle
Tätigkeit abwirft, und ertragen mit Resignation alle Entbehrungen,
die aus dem Fehlen jeder Reserve in Zeiten der Not hervorgeht.
Die Prüfungen, die Lehrling und Geselle zu machen haben, um
Geselle und Meister zu werden, sind in Preußen erst seit 1850 eingeführt.
Vor dieser Zeit herrschte dort, seit der französischen
Okkupation, unbedingte Freiheit in der Wahl und Ausübung der
Berufe. In Solingen setzt sich die Prüfungskommission aus
25 Personen zusammen, aus denen zu jeder Prüfung ein Ausschuß
von 5 Gliedern zusammengestellt wird. Für die Gesellenprüfung
besteht das Komitee aus einem Fabrikanten als Präsidenten, zwei
Meistern und zwei Gesellen; für die Meisterprüfung nur aus Fabrikanten
und Meistern. Die Prüfung besteht in der Ausführung einer
Arbeit vor dem Ausschüsse oder in der von glaubwürdigen Zeugen
bestätigten Anfertigung eines Meisterstückes.
§ 13. Sitten und Einrichtungen, die das physische
und moralische Wohlergehen der Familie sichern.
Trotz des Fehlens regelmäßiger Subventionen und des Mangels
jeder Fürsorge für die Zukunft, befinden sich die Arbeiter Solingens
und besonders die hier beschriebene Familie in einer ziemlich
glücklichen Lage. Infolge der günstigen Fabrikationsbedingungen
und der stetigen Vorwärtsbewegung erfährt die handarbeitende
Bevölkerung keinen übertriebenen Zuwachs; sie muß sich sogar
regelmäßig aus den benachbarten Provinzen noch Ersatz verschaffen.
Indessen sind keineswegs die wünschenswerten Garantien
für die Zukunft gegeben; denn die Solinger Industrie hat nicht in
sich selbst die Quellen des Wohlergehens, dessen sie sich erfreut.
Hier ist in Wirklichkeit das Wohlergehen der Familien garantiert
durch den Konsum außerhalb des Landes, der von Jahr zu Jahr