Object: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Bienenhonig. 
9 Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1904, 8, 110. 
Normaler Honig zeigt im Polarisationsapparat stets eine Linksdrehung, 
jedoch sind Konilerenhonig sowie Könige von trocknen Jahrgängen infolge 
des Honigtaues, ferner solche mit hohem Saccharosegehalt häufig rechts 
drehend. 
Die Tannenhonige enthalten nach Hilger und Wolff 1 ) verschiedene 
Dextrin arten, welche, im allgemeinen die Eigenschaften der Achroodextrine teilen; 
die Honigdextrine haben je nach dem Koniferenhonig ein verschiedenes spezifisches 
Drehungsvermögen, reduzieren Fehlingsche und Ostsche Lösung sowie Soldainis 
Reagens nur schwach nach einigem Kochen, Barfoeds Reagens dagegen überhaupt 
nicht; sie bilden keine Osazone; einige werden von Gärungsorganismen angegriffen, 
andere nicht. Hilger und Wolff erhielten für die Dextrine aus 4 verschiedenen 
Tannenhonigen folgende Werte: 
Herkunft und Jahrgang 
des Koniferenhonigs 
Spez. Drehung cc [D] 
Verhältnis der 
Drehungswinkel 
l g Dextrin liefert hei der 
Inversion Glykose 
No. 
des 
Honigs 
des 
Dextrins 
einer io°/ 0 -igen 
Lösung vor 
und nach der 
Inversion 
nach der 
Polarisation 
nach dem 
Reduktions 
wert 
1 
Baden, Kinzigtal (1902) . 
+ 16,87° 
+ 157,00° 
1:0,2945 
0,8716 g 
0,8720 g 
2 
Baden, Murgtal (1903) . . 
+ 7,90° 
+ 131,28° 
1:0,3330 
0,8297 „ 
0,9080 „ 
3 
Oberelsaß (1903) 
+ 12,07» 
+ 125,59° 
1:0.3000 
0,7144 „ 
0,8362 „ 
4 
Wasserburg am Boden 
see (1903) 
+ 8,50° 
+119,90» 
1 :0,3047 
0,6920 „ 
0,8249 „ 
Die Verfälschungen des Honigs bestehen in Zusätzen von Wasser, Rohr 
zucker, Melasse, Invertzucker (Fruchtzucker), Kunsthonig (Honigzuoker), Stärke- 
zuoker und Stärkesirup. Auch wird das Vorkommen von Zuckerhonig in künstlichen 
Waben aus Ceresin in der Literatur erwähnt. 
Bei hoher Temperatur schimmelt wasserhaltiger Honig und geht häufig in 
alkoholische, später in saure Gärung über. 
Bei längerem Stehen scheidet sich der Honig oft in einen unteren kristallinischen, 
hauptsächlich aus Glukose bestehenden Absatz und einen oberen flüssigen Anteil, 
der hauptsächlich die Fruktose enthält. Dieser Umstand verdient bei der Probe 
nahme sowie für die Untersuchung besonders beachtet zu werden. Der Honig 
muß stets gehörig durchgerührt und gemischt werden, ehe man zur Probenahme 
schreitet. Die Mischproben von etwa 100 g sind in Gläser mit weiter Öffnung zu 
füllen und darin mit Kork- oder Glasstöpsel verschlossen aufzubewahren. 
1, Wasser. 6 g Honig werden mit 25 g ausgeglühtem Quarzsand in einer 
flachen Platin- oder Glasschale abgewogen, mit 10 ccm Wasser vermischt und im 
Wasserbade eingetrocknet. Das Austrocknen geschieht am besten im Vakuum bei 
100° (vergl. auch unter Obstkraut weiter unten). 
Der Trockenrfickstand bezw. Wassergehalt kann auch bestimmt werden, indem man 
das spezifische Gewicht einer etwa 10°/ 0 -igen unfiltrierten Honiglösung bei 15° bestimmt 
und hieraus den Gehalt an Trockensubstanz nach der Halenke-Möslingersohen Tabelle 
feststellt. 
2. Spezifisches Gewicht. Eine bestimmte Menge Honig (etwa 30 g) wird 
nach W. Lenz genau mit dem doppelten Gewicht Wasser gelöst, die Lösung, 
wenn nötig, filtriert und von dem klaren Filtrat das spezifische Gewicht bei 15°
	        
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