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PERREICHISCHE ANZEIGEN
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Sachen verordneten kaiserlichen Ministerial Commission“,
die den Charakter von Inseraten tragen und meist die Ver-
pachtung von Gefällen, wie des Fleischkreuzeraufschlages oder
des Weinzehents betreffen. Eine einzige Abwechslung in
dieser etwas eintönigen Reihe bietet das Jahr 1704; hier bringt
Nr. 90 des Blattes als Beilage ein Edikt vom 17. März jenes
Jahres, das dem J.B. Busi gestattet, „in Wienn ein Lotto
oder Glückshafen aufzurichten‘‘ und in ausführlicher Weise
die ‚Ordnung und Conditiones‘“ hierfür festgesetzt. Damit führt
sich gleichzeitig eine neue Gattung von Anzeigen ein, die nament-
lich in späteren Jahren manche Spalte des „Diariums‘“ füllen.
Großen Umfang besaß das Inseratengeschäft der ersten
Jahre nicht und einträglich kann es auch nicht gewesen sein,
denn der stärkste Inserent des „Diariums‘““ war ja sein Heraus-
geber selbst, der gewiß nichts dafür bezahlt hat; daß die Ver-
öffentlichung der bezeichneten Edikte gegen Entgelt erfolgt
sei, ist ebenfalls kaum anzunehmen. Schönwetters Geschäft
kann es daher keinen Eintrag getan haben, wohl aber war es
für die weitere Ausgestaltung des Anzeigewesens in Wien von
weitreichender Bedeutung, als Kaiser Joseph I. im Jahre 1707
ein Fragamt errichtete, das Handel und Wandel befördern
und zum Teile jene Funktionen erfüllen sollte, die wir heute den
Zeitungsanzeigen zuweisen (s. S. 85 u. f.).
Die Zahl der Ankündigungen im ‚„Diarium“ stieg langsam
und neben den Anzeigen neuer Bücher tauchten auch solche
anderen Inhaltes auf.‘ So finden wir 1708 die erste Verlust-
anzeige, 1709 kündigt sich mehrmals ein Händler mit physika-
lischen Instrumenten an, überdies bringt dieses Jahr die erste
Ballanzeige; Lotterieankündigungen wechseln mit Dieb-
stahlsanzeigen, bald erscheinen auch die Verkäufer des
Egerischen (Franzensbader) und des Rohitscher Sauerbrun-
nens als jährlich wiederkehrende Inserenten, Kunsthändler,
„Steinschneider‘“ (Operatoren), Zahnärzte, Marktfieranten,
Bäderbesitzer u. a. m. stellen sich in bunter Reihenfolge ein,
bieten ihre Waren aus oder preisen ihre Dienstleistungen an,
kurz, der Anzeigeteil des „„Diariums“ gestaltet sich von Jahr
zu Jahr inhaltsvoller und abwechslungsreicher.
Inzwischen setzte auch das Versatz- und Fragamt seine
Tätigkeit fort; während aber seine erste Abteilung das Versatz-