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Allgemeine Ursachen der badischen Bankenkonzentration.
Die gesamte Entwicklung unseres badischen Bankwesens
kann in drei Hauptperioden eingeteilt werden:
I. Die Herrschaft der Privatbankiers (ohne Konzentrationstendenzen)
Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1870,
II, Die territoriale Bankenkonzentration innerhalb Badens,
1870 bis 1900, und
III. Der Einfluß der Berliner Großbanken ab 1900.
Den ersten Antrieb zur Steigerung der Macht- und Kapitalsphäre
unseres badischen Bankwesens, dem lange Zeit (bis 1870)
keine Folge geleistet wurde, gab vor allem das Emporblühen
des deutschen Eisenbahnwesens anfangs der 60iger Jahre. Die
plötzlich in Angriff genommene Herstellung und Erweiterung des
deutschen Eisenbahnnetzes äußerte seine Wirkungen auch im
Großherzogtum Baden. Der Neubau von Bahnen verlangte
rasch bereitzuhaltende, größere Kapitalsmassen; ferner benötigte
die aufblühende badische Industrie (insbesondere Mannheims)
einen steigenden Kapitalsbedarf, All diese Geldmengen konnten
nur durch Vermittlung kapitalstarker Bankinstitute in dem erforderlichen
Umfang herbeigeschafft und weiter in die verschiedenen
Wirtschaftskanäle wieder abgeführt werden.
Die zahlreichen badischen Privatbankiers und noch weniger
die vorhandenen kleinen Handwerker- und Gewerbebanken genossenschaftlichen
Charakters konnten und wollten (wegen des
mit größerer Kapitalinvestierung verbundenen Risikos) diese
Aufgaben nicht erfüllen. Die Grundlage zur badischen Bankenkonzentration
war gegeben.