Full text : Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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Lahr  solche  unterhalten,  diese  aber  mußte  sie  nach  einigen
Jahren,  wohl  wegen  zu  geringer  Rentabilität,  wieder  fallen
lassen.  Hier,  wie  in  fast  allen  größeren  Städten  Badens,  war
es  die  deutsche  Reichsbank,  die  durch  ihr  schon  frühzeitig  ausgebildetes ­
  Filialnetz  in  Baden  eine  eventuell  neu  zu  errichtende
Filiale  der  Badischen  Bank  schwer  aufkommen  ließ  und  zugleich
für  die  beiden  bestehenden  Bankplätze  der  Badischen  Bank  eine
nicht  zu  verkennende  schwere  Konkurrenz  bildete.
Die  Reichsbank  hatte  an  ihrer  Stelle  in  kurzer  Zeit  durch
ein  wohl  ausgebildetes  Filialnetz  das  badische  Land  in  ihren
Geschäftsbereich  eingezogen.  Schon  vor  Inkrafttreten  des  Bankgesetzes ­
  hatte  die  Mutteranstalt  der  Reichsbank,  die  preußische
Bank,  ihre  Saugarme  nach  dem  Großherzogtum  ausgestreckt
und  sich  in  Karlsruhe  und  Mannheim  (Filialen),  Pforzheim  und
Lahr  (Agenturen)  festgesetzt.  Mitte  der  70er  Jahre  gründete
die  durch  das  Reichsbankgesetz  neu  entstandene  Zentralnotenbank ­
  Filialen  in  Freiburg,  Heidelberg  und  Konstanz  und  zog
dann  von  den  drei  größeren  Plätzen  Mannheim,  Karlsruhe  und
Freiburg  (als  Reichsbankstellen)  auch  die  mittleren  Städte  Badens
wie  Weinheim,  Offenburg,  Bühl,  Rastatt,  Lörrach,  Triberg,  Villingen,
  Waldshut,  Säckingen  und  Baden-Baden  (als  Nebenstellen)
in  ihren  Geschäftsbereich  ein.  Es  sind  dies  alles  Städte,  die
durch  ihren  Handel,  Gewerbe  und  Industrie  teils  größeren
Kreditoperationen  zugängig  waren,  teils  auch  für  ausgedehnteren
Depositenzugang  einen  fruchtbaren  Boden  bildeten.  Sie  alle
waren  von  der  Badischen  Bank  als  eigene  Niederlassungen  vorgesehen, ­
  mußten  aber  aus  nachher  näher  zu  erörternden  Gründen
dem  Reichsnoteninstitut  überlassen  werden.
Mitte  der  90er  Jahre  zeigte  dann  die  Badische  Bank  abermals ­
  das  Bestreben  ihren  Aktionsradius  inbezug  auf  ihren
Wechselverkehr  zu  dezentralisieren,  indem  sie  nach  und  nach
fast  alle  badischen  Städte  (zuerst  36  im  Jahre  1895,  später  64
im  Jahre  1904  und  heute  75)  zu  Wechselpariplätzen  erhob,  d.  h.
sie  diskontierte  auf  die  bezeichneten  Städte  Wechsel  unter  den
für  Notenbanken  durch  Bankgesetz  festgesetzten  Bestimmungen
zu  dem  offiziellen  Satze,  ohne  Abzug  einer  Provision.  Diese
            
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