Full text : Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

erweitern.  Verhältnismäßig  spät  wurde  die  durch  ihre  goldverarbeitende ­
  Industrie  weit  über  Deutschlands  Grenzen  bekannte
Stadt  Pforzheim  in  erhöhtem  Maße  in  ihre  Interessensphäre
einbezogen;  mit  Wirkung  vom  1.  Januar  1894  beteiligte  sich
die  Rheinische  Creditbank  kommanditarisch  an  der  Pforzheimer
Bankfirma  Julius  Kahn  &  Co.  in  Pforzheim.
Die  letzten  Jahre  des  vorigen  Jahrhunderts  mit  ihrer
Hochkonjunktur  brachten  dann  der  Rheinischen  Creditbank
wiederum  große  Erweiterungen,  sowohl  durch  innere  Entwicklung,
als  auch  weiterhin  besonders  durch  äußere  Angliederung  und
Erwerb  alter  schon  bestehender  Bankfirmen.  Die  Gesamtumsätze ­
  der  Rheinischen  Creditbank  konnten  sich  vom  Jahre  1896
bis  1900  mehr  als  verdoppeln,  was  hauptsächlich  durch  die  in
diesen  Jahren  gesteigerte  Filialbildung  und  Kommanditierung
auswärtiger  Bankhäuser  bewirkt  wurde.
So  erfolgte  am  1.  Oktober  1897  die  Übernahme  des  altrenommierten ­
  1856  gegründeten  Bankgeschäftes  der  Herren
G.  Müller  und  Cons.,  großherzogl.  badischen  Hofbankiers  in
Karlsruhe  und  Baden-Baden  und  die  damit  zusammenhängende
Gründung  einer  neuen  Filiale  in  Baden-Baden  (das  Karlsruher
Geschäft  wurde  der  dort  schon  bestehenden  Filiale  angegliedert).
Bei  deren  Errichtung  wurde  das  Privatbankgeschäft  von  Franz
Funk  vorm.  Gebr.  Wolf  in  B.-Baden  zugleich  mit  aufgenommen.
Hand  in  Hand  hiermit  ging  eine  weitere  Kapitalserhöhung  von
18  Mill.  auf  20  Mill,  M.
In  dem  darauf  folgenden  Jahre  wurde  die  Kaiserslauterer
Bank  vorm.  Böcking,  Karcher  &  Co.  in  Kaiserslautern  fusioniert
mit  einem  Kapitalaufwand  von  nahezu  3  Mill.  M.,  während  zu
gleicher  Zeit  in  Saarbrücken  die  Privatbankfirma  G.  F.  Grohe
—  Henrich  &  Co.  mit  2  Mill.  M.  kommanditiert  wurde.  Eine
weitere  Betriebsmittelsteigerung  benötigte  diese  Expansion  durch
die  Kapitalserhöhung  von  9,9  Mill.  auf  30  Mill.  M.
Aber  die  Expansionsfähigkeit  der  kräftig  sich  entwickelnden
Bank  war  damit  noch  lange  nicht  erschöpft.  Das  Jahr  1899,
das  für  die  Entwicklung  der  Bank  eines  der  lebhaftesten  und  in
seinen  inneren  wie  äußeren  Geschäftserfolgen  eines  der  bedeu ­
            
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