Full text: Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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einer Reihe von Jahren schwebten, standen deshalb erhebliche 
Schwierigkeiten gegenüber, weil das 1864 gegründete Pforzheimer 
Institut zugleich von der Württembergischen Vereinsbank seit 
1877 und von der Deutschen Vereinsbank in Frankfurt seit 1894 
mit kommanditiert wurde. Da beide Konkurrenten augenschein 
lich darnach strebten, durch ihre Beteiligung an der Pforzheimer 
Privatbank in dem durch sein bedeutendes goldverarbeitendes 
Gewerbe wichtigen badischen Industrieplatz festen Fuß zu fassen, 
bedeutet die durch Vertrag vom 26. November 1906 zustande 
gekommene Fusion einen Sieg der Rheinischen Creditbank über 
das Stuttgarter und Frankfurter Institut. Die Übernahme voll 
zog sich leicht, da bei dem Mutterinstitut die inneren Ver 
hältnisse der zu übernehmenden Bank sowohl inbezug auf ihren 
Geschäftsumfang als auch bezüglich der Kreditwürdigkeit der 
Kundschaft durch das über 10 Jahre bestehende Kommandit- 
verhältnis bekannt waren. Es konnte deshalb bei der Bewer 
tung der zu übernehmenden Aktiven und Passiven mit absolut 
sicheren Zahlen gerechnet werden. Zur Durchführung dieser 
Transaktion wurde das Aktienkapital um weitere 5 Mill. M. auf 
75 Mill. M, erhöht. Aus den hieraus erzielten Betriebsmitteln 
wurden zum Teil die Abfindungen an die früheren Besitzer des 
Instituts sowie die gekündigten Kommanditbeteiligungen der 
Württembergischen Vereinsbank und der Deutschen Vereinsbank 
ausgezahlt. Als äußeren Abschluß der Transaktion und gleich 
zeitig als Äquivalent für die abgetretene Kommandite wurde 
Herr Adolf Kahn und Herr Dr. H. Steiner von der Württem 
bergischen Vereinsbank in den Aufsichtsrat der Rheinischen 
gewählt. Noch in demselben Jahre erhält die Konstanzer Filiale 
einen beträchtlichen Zuwachs durch die Übernahme des im Jahre 
1845 gegründeten altangesehenen Privatbankhauses A. Sulzberger 
in Konstanz. 
Ein Beispiel der segensreichen Wirkung, welche die ziel 
bewußten Konzentrationstendenzen einer in sich erstarkten 
Provinzbank haben können, zeigt der Aufsaugungsprozeß der 
Gewerbebank Speyer A.-G. im Jahre 1907, Diese Bank war 
durch den Konkurs der Firma Mager daselbst, bei der sie durch
	        
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