Full text: München als Industriestadt

Mark. Vereinzelt arbeiten auch die im Betrieb beschäftigten 
Personen im Akkord, wobei das wöchentliche Verdienst von 
12 Mark auf 28 Mark zu steigen vermag. Der Arbeitsmarkt 
ist für diese Art der Zigarettenfabrikation sehr günstig. Ob 
wohl die Arbeiter teilweise organisiert sind, geschieht doch 
die Arbeitsvermittlung meist durch das „städtische Arbeitsamt"; 
nur vereinzelt werden persönlich sich meldende oder durch 
andere Arbeiter empfohlene Stellensuchende aufgenommen. 
Heimarbeiter besitzt die Zigarettenfabrik Zuban keine, was mit 
der ausgeprägten maschinellen Herstellung der Zigaretten in 
ihrem Betriebe zusammenhängt. 
Für die Arbeiter ist in sanitärer und hygienischer Hinsicht 
weitgehendst gesorgt, wie denn auch eine eigene Kantine den 
Arbeitern und Beamten ermöglicht in der einstündigen Mit 
tagspause billig und gut zu essen. 
Die Zubansche Zigarettenfabrik ist der bedeutendste Be 
trieb dieser Art in München und Umgebung und stellt heute 
allein den 20sten Teil aller konsumierten Zigaretten Deutsch 
lands her, obgleich durch ausländische Fabrikate die schärfste 
Konkurrenz geschaffen wird. Die anderen zur Tabakfabrikation 
zu rechnenden Firmen in München kommen über Klein- und 
Mittelbetriebe nicht hinaus, wenn auch einige auf eine ebenso 
frühe Gründungszeit Anspruch machen können. Sie stehen 
daher außerhalb des Rahmens unserer Untersuchung. 
In Bayern spielt trotz der bedeutenden bayerischen Vieh 
zucht die Verarbeitung der tierischen Haut zu Leder keine 
große Rolle. Wohl ist die handwerksmäßige Gerberei noch 
sehr viel im Lande verbreitet, aber Großbetriebe mit über 
50 beschäftigten Personen, die sich mit der Lederfabri 
kation beschäftigen, gibt es in ganz Bayern nur acht, wo 
von fünf Fabriken auf die Pfalz und zwei allein auf München 
treffen. Diese beiden Großbetriebe legen Zeugnis ab von dem 
hohen Stand der heutigen Lederindustrie Münchens. 
Eine Untersuchung der geschichtlichen Entwicklung der 
Münchener Gerberei ergibt, daß die Arbeitsmethoden dieses 
unzweifelhaft ältesten Gewerbes von den Urzeiten an bis zur 
Mitte des 19.'Jahrhunderts im wesentlichen dieselben geblieben 
sind. Der Aufschwung in dem Gerbprozeß hat sich ganz empi-
	        
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