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etwa 4 o/o der Gesamtproduktion nach Süd- und Zentralamerikä
exportiert wird. Anschließend an die Lederfabrik betreibt die
Firma seit 1907 eine eigene Treibriemenfabrik und werden
bei den Treibriemen nur selbstgegerbte Leder verwendet, was
den Vorteil hat, daß die Fabrik ihrerseits unabhängig von
anderen Lieferanten ist und gleichzeitig die Garantie hat, wirk
lich gute Ware zu verarbeiten. Die Treibriemenfabrik ist gleich
falls mit den modernsten Maschinen versehen. Als Spezialität
stellt die Firma einen wasser- und säurefesten Riemen her und
exportiert große Mengen von dieser Ware. Diese Abteilung
befaßt sich ferner mit der Herstellung aller technischen Leder
für Spinnereien und Webereien, Rohhauträder für Privat- und
Staatsbetriebe, Werften und Bergwerke, ferner Rohhautkolben
angefangen beim feinsten Künstlerhammer bis zum schwersten
Arbeitsschlägel. —
Wie für die Arbeiterverhältnisse ist auch München sehr
günstig für den Häutebezug, wie wir dies an anderer Stelle
schon ausführten. Hier sammeln sich im Schlachthof Häute
in großen Mengen an, die deshalb sehr begehrt sind, weil
die bayerischen Häute in Bezug auf Qualität als die besten
von ganz Deutschland gelten. Eine Folgeerscheinung ist die
verhältnismäßig große Anzahl von Häutehandlungen, unter
denen sich einige bedeutende Firmen befinden, sodaß die Häute
nur zum kleineren Teil von den Metzgern direkt, meist aber
von solchen Handlungen bezogen werden.
Die Lederindustrie leidet nun schon seit Jahren an dem
bestehenden Mißverhältnis zwischen dem Rohhäutepreis und
dem Preis ihres Fabrikates. Die Rohhäute sind sehr teuer und
stiegen im Laufe der letzten Jahre allgemein zu rasch, sodaß
der Preis des fertigen Leders hauptsächlich wegen der großen
Überproduktion in Deutschland keinen Schritt mit dieser Preis
steigerung halten konnte. Wohl beabsichtigen einzelne Leder
fabriken ihre Produktion einzuschränken, um diese wirtschaft
liche Schädigung einzudämmen, aber die einzelnen Industrien
können mit dieser Maßregel unmöglich durchdringen, wenn
sich nicht sämtliche auch die kleineren Konkurrenzbetriebe an
schließen. Es liegt das Schicksal der Lederindustrie somit noch