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Als einzigen Großbetrieb wollen wir die Schuhfabrik
Monachia vop Gebr. Regensteiner in den Bereich
unserer Untersuchung ziehen. Sie wurde im Jahre 1885 gegründet
und ging aus einem Zwischenhandel mit Schuhwaren
hervor. Man sah, daß das Handw'erk nicht fähig war der
immer rascher wechselnden Mode und der steten Änderung
in der Geschmacksrichtung, noch viel weniger aber der steigenden
Nachfrage zu genügen. Infolgedessen machte man sich
bei der Neugründung die Umwälzung der Technik in der
Schuhwarenverfertigung, wie dies die Schuhzentrale Pirmasens
lehrte, zu Nutzen und führte rein maschinellen Betrieb ein, der
stets vervollkommnet und dem Bedarf entsprechend auch durch
neue Maschinen ergänzt wurde. Heute laufen in ununterbrochener
Tätigkeit neben verschiedenen Hilfsmaschinen etwa
130 Arbeitsmaschinen, wie Zwick-, Durchnäh-, Absatzbau-,
Stanz- und Steppmaschinen allerneuester und praktischster Konstruktion.
Die elektrische Kraft zum Einzelantrieb der Motore
liefern die Isarwerke.
Heute kann infolge dieser Verbesserung der Technik das
sechsfache von derselben Anzahl Arbeiter hergestellt werden
wie vor etwa 15 Jahren, was bei dem gesteigerten Bedarfe
einen enormen Fortschritt und Gewinn bedeutet. Ein Schuh
geht aber auch infolge der äußersten maschinellen Arbeitsteilung
vom Rohmaterial (Leder) an gerechnet bis zu seiner vollständigen
Fertigstellung zum Versand durch 85 bis 90 Hände.
Und trotzdem wird die Begabung des einzelnen Arbeiters vollkommen
ausgebildet, da er seine Maschine genau kennen muß,
damit sie nicht durch Stillstand ihm weniger Verdienst einbringt.
Die Arbeiter wurden bei der Gründung der Fabrik aus Mainz
und Pirmasens bezogen, weil daselbst die Industrie schon
länger heimisch war. Allmählich zog man ungelernte junge
Arbeiter aus der Umgegend von München und aus der Stadt
selbst heran, um sie auszubilden. Heute ergänzt man diesen
Arbeiterstamm gern durch Einstellung von jugendlichen Arbeitskräften
im Alter von 14—15 Jahren, denen man als Lehrlinge
sofortige Bezahlung gewährt. Die Zeit, bis zu welcher
der herangebildete Arbeiter zu seiner Volleistung gelangt, hängt
von seiner Geschicklichkeit und seinem Willen ab und ist deshalb