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sehr verschieden. Dadurch, daß durch Einführung der Maschine
viel kleine Handwerksmeister keine lohnende Tätigkeit mehr
fanden, gingen auch sie zur Industrie und hatten sich ge
wöhnlich in kurzer Zeit mit dem maschinellen Betrieb vertraut
gemacht. So wurden die nachteiligen Folgen der Einführung
der Maschinen auf dem Arbeitsmarkt ausgeglichen, wenn auch
heute noch die Leistungsfähigkeit der Schuhwarenproduzenten
und die ökonomische Fähigkeit der Bevölkerung zum Erwerb
von Schuhwaren in einem gewissen Mißverhältnis zueinander
stehen. ICO—110 männliche Arbeitskräfte sind in der Mon
tage mit der Fertigstellung der Stiefel beschäftigt, denn nur sie
vermögen die schweren Maschinen zu bedienen. Schwächere
Anstrengung gewährt den 40 Arbeiterinnen ihre Beschäftigung
bei der Oberteil- oder Schaftherstellung. Die Entlohnung der
Zeitlohnarbeiter richtet sich nach dem Minimaltarif, einem Ver
trag, der nach Ansicht der Arbeitgeber sich in Bezug auf die
gewährten Mindestlöhne gegenüber der geringen Leistungs
fähigkeit mancher Arbeiter gar nicht bewährt. Darnach be
trägt das Mindestwochenverdienst eines Arbeiters über 18 Jahre
23 Mark. Akkordlöhne können unter diese Summe sinken;
der Wochenlohn eines Akkordarbeiters übersteigt diesen Min
destsatz gewöhnlich und kann die Maximalhöhe von 48 Mark
erreichen. Die Arbeiter sind alle organisiert, da ein „Wilder“
sich infolge der offenen Gehässigkeiten seiner Kollegen nicht
lange im Betriebe halten kann. Die Arbeitsvermittlung ge
schieht teils durch Nachfrage seitens der Stellenlosen, teils durch
Anzeige in einem Fachblatte; nur in äußersten Bedarfsfällen
wird das städtische Arbeitsamt in Anspruch genommen.
Die Fabrik wurde in München infolge des ausgedehnten
Konsums am Platze gegründet. Diese Konsumorientie
rung hat sich kaum verschoben, denn auf die Stadt allein
treffen etwa 25 o/o des gesamten Absatzes, während 50 o/o]
auf die nähere Umgebung, das übrige Bayern und die Bundes
staaten entfallen. Der Export beträgt nur 20—25 o/o der
Produktion. Das verwendete feine Oberleder wird ausschließ
lich aus Deutschland, zum größten Teil aus Worms a. Rhein
bezogen, während das Sohlleder zu gewissen Mengen am
Platze eingekauft wird.