Full text : München als Industriestadt

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heil  Söhne  das  bedeutendste  Institut,  das  auch  den  berühmtesten ­
  Sternwarten  Deutschlands,  Frankreichs  und  Italiens  ihre
Instrumente  geliefert  hat.
Zu  welch  großer  Bedeutung  in  der  optischen  Industrie
sich  die  Anstalten  der  Firma  G.  Rodenstock  emporschwangen,
bestätigt  die  allgemeine  wirtschaftliche  Stellung  des  Betriebes
als  zweitgrößtes  Unternehmen  seiner  Art  in  ganz  Europa.
Diesen  Ruf  hat  die  Firma  der  Angliederung  einer  Zweigfabrik
in  Regen  zuzuschreiben.  Man  wählte  diesen  Platz  im  bayerischen ­
  Walde  in  erster  Linie  deshalb,  weil  er  inmitten  der
alteingesessenen  bayerischen  Glasindustrie  gelegen  ist  und  man
hier  zugleich  ein  optisches  Glaswerk  großen  Umfanges  errichten ­
  konnte,  welches  heute  den  gesamten  Bedarf  an  Flintund
  Browngläsern  und  ^sonstigen  optischen  Glasarten  den  Werkstätten ­
  zur  Verfügung  stellt.  Außerdem  bezieht  die  Fabrik
das  optische  Glas  als  Rohprodukt  von  Jena,  Paris  und  einer
englischen  Glashütte.  Die  an  sich  bedeutenden  Frachtzuschläge
kommen  infolge  des  hohen  Materialwertes  —  1  kg  kostet
25—30  Mark  —  gar  nicht  in  Betracht.  Der  Absatz  der  Rodenstock-Werke
  verteilt  sich  zu  20  !»/o  auf  Deutschland,  35  °/o  der
Produktion  entfallen  allein  auf  die  Stadt  München  und  ungefähr ­
  45  ’o/o  der  Fertigfabrikate  werden  nach  dem  Auslande
exportiert.  Die  ausgeführten  Waren  kommen  vorzugsweise
nach  Österreich,  Italien,  Rußland,  England  und  den  Vereinigten
Staaten;  auch  Ostasien  kommt  in  letzter  Zeit  als  Ausfuhrland
in  Frage.  Wie  sehr  die  Firma  vom  Konsum  am  Platze
abhängig  ist,  beweist  die  mit  dem  optischen  Verkaufshaus
größten  Stils,  Jos.  Rodenstock,  eingegangene  Interessengemeinschaft; ­
  diese  Firma  ist  durch  Kontrakt  gezwungen,  die  in  die
Branche  der  optischen  Fabrik  G.  Rodenstock  fallenden  Produkte ­
  fast  ausschließlich  von  ihr  zu  beziehen,  damit  sie  den
alten  Namen  des  Stammhauses,  J.  Rodenstock,  weiterführen
•darf.  Jn  München  beherrschen  die  Rodenstock’schen  Brillengläser ­
  den  Markt  vollständig.
Ein  Realrecht  aus  früheren  Zeiten  hat  der  Firma  die  Ausnützung ­
  der  Isarwasserkräfte  gestattet;  aus  diesem  Grunde
legte  sie  eine  Schmirgelwäscherei  und  ein  Turbinenhaus  für
Transmissionskraft-  und  Stromerzeugung  an.
Fritz,  München  als  Industriestadt.

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