Zusammenfassung und Ausblick.
In den Voruntersuchungen haben wir die Lebensbedingungen
der Münchener Industrie klargelegt und im Vorstehenden
die gegenwärtige Lage der einzelnen Großbetriebe unter dem
Gesichtspunkt einfacher Tatsachenfeststellung und Beschreibung
zu erfassen versucht. Zusammenfassend können wir nun
ausführen, daß München seine Größe nicht nur den Vorzügen
seiner Lage und seinem Ruf als Kunst- und, Fremdenstadt allein
verdankt, daß vielmehr sein Ansehen und seine Wohlfahrt in
bisher nur zu sehr unterschätzter Ausdehnung auf seinem industriellen
und großgewerblichen Leben beruht, wenn auch
die Bedingungen, unter denen sich andere deutsche Städte
mit Hilfe der Industrie zu mächtiger Blüte entfalteten, für
München nicht in gleichem Maße gegeben sind. Die Stadt
ist daher auch keine Industriestadt im eigentlichen Sinne des
Wortes und wird es in Zukunft nach Lage der Verhältnisse
wohl auch nie werden, wenngleich nicht zu leugnen ist, daß
trotz erschwerender Bedingungen das weitere Stadtgebiet für
neuhinzuziehende Industrien noch einen annehmbaren Entwicklungsboden
darbieten wird, namentlich für solche Industrien,
welche sich mit der Herstellung von Qualitätsarbeit zur Dekkung
der lokalen Nachfrage befassen. Der zunehmende Reichtum
der Bevölkerung hat hier die Nachfrage nach Qualitätsarbeit
fortwährend gesteigert. Aber auch die für den Auslandsmarkt
arbeitende Industrie hat sich mehr und mehr genötigt gesehen,
die Qualität ihrer Erzeugnisse in dem Maße zu steigern, als die
Staaten der neuen Welt und des fernen Ostens im eigenen Lande
mit billigen Arbeitskräften Industrien großzuziehen begannen,
durch welche der Münchener Exportindustrie auf dem Weltmarkt
eine zunehmende Konkurrenz erwuchs.