Full text : München als Industriestadt

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einen  Großbetrieb,  der  zu  den  bedeutendsten  Industrien  auf
Münchens  Boden  zählt.  Außerordentliche  Leistungsfähigkeit
und  Herstellung  qualitativ  hochwertiger  Erzeugnisse  haben  der
im  Jahre  1872  gegründeten  Gummiwarenfabrik  Metzler ­
  &  Co.,  A.-G.  einen  Weltruf  erworben.  Verschiedene  Abteilungen ­
  des  Betriebes  sind  mit  der  Herstellung  sowohl  sämtlicher
technischer  Gummiartikel,  wie  Dichtungsplatten  und  -ringe,
Fahrradschläuche  und  Automobilpneumatiks  beschäftigt.  Ebenso
untersteht  die  Fertigstellung  sämtlicher  chirurgischer  Gummiwaren, ­
  von  den  großen  Luftmatrazen  an  bis  zur  feinsten  Schlundröhre, ­
  und  die  Fabrikation  von  Gummischuhen  wie  von:  Patentgummiartikeln ­
  einer  besonderen  Abteilung.  Seit  etwa  20  Jahren
stellt  die  Firma  mit  stets  steigender  Vervollkommnung  Ballonstoff ­
  her,  dessen  Verarbeitung  bisher  in  der  bekannten  Ballonfabrik ­
  A.  Riedinger  in  Augsburg  erfolgte.  Erst  seit  einem  Jahre,
von  welcher  Zeit  an  die  Herstellung  von  Ballonstoff  ein  Hauptartikel ­
  des  Betriebes  wurde,  hat  die  Firma  auch  die  Konfektion
der  Ballons  selbst  übernommen.
Die  Absatzverhältnisse  zeigen  die  Konsumorientierung ­
  dieses  Industriebetriebes,  denn  von  der  ungeheuren  Produktion ­
  fallen  allein  15—20  o/o  auf  München-Stadt,  in  der  auch
eine  Verkaufsniederlage  errichtet  ist;  der  übrige  Teil  des  Gesamtabsatzes ­
  verteilt  sich  auf  Deutschland  und  überwiegend  auf
die  Exportländer  England  und  Frankreich,  Rußland  und  Spanien.
Der  Rohgummi,  der  den  Pflanzungen  in  Afrika,  Indien,
Ceylon  und  hauptsächlich  in  Südamerika  entstammt,  wird  nicht
an  die  Firma  direkt  geliefert,  vielmehr  von  dieser  durch  Vermittlung ­
  der  großen  Importhandlungen  in  Hamburg,  Rotterdam,
Antwerpen  und  Liverpool  bezogen.  Die  anderen  Hilfsmittel  zur
Produktion  wie  Farben,  Schwefel  und  Chlor  liefern  einige  chemische ­
  Fabriken  in  Deutschland;  auch  Stoffe  und  Gewebe  werden ­
  im  Inland,  von  Fabriken  in  Augsburg,  Mühlhausen  und
Stuttgart  und  anderen  Orten,  in  denen  Spinnereien  und  Webereien ­
  ihren  Sitz  haben,  gekauft.  Eine  große  Anzahl  Maschinen,
die  teils  durch  Dampf,  teils  durch  selbsterzeugte  Elektrizität
ihren  Antrieb  erfahren,  dient  zur  Verarbeitung  dieser  Rohprodukte. ­
  Als  Hauptmaschinen  kommen  Gummiwalzen,  Kalander ­
  und  Vulkanisierapparate  in  Betracht.  Eine  Reihe  mas-
            
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