Full text : München als Industriestadt

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Kupferstecher,  Musikalienverleger,  Pinselmacher,  Schönfärber,
Spiegelmacher,  Strohhutmacher,  Zahnarzt.  Man  unterschied
noch  die  privilegierten  Gewerbe,  die  von  dem  Hof  und  unter
dessen  Schutz  verliehen  wurden;  ihre  Inhaber  hießen  „Hofschutzbefreite“ ­
  und  unterlagen  keinen  bürgerlichen  Abgaben;
zu  diesen  zählte  1804  u.  a.  ein  Trüffeljäger,  1  Federkielhändler,
1  „Mignaturmahler“,  1  Milchmann,  1  Offizierkuppellakierer.
Trotz  allem  hatte  München  damals  5  Buchdruckereien  und
eine  Steindruckerei,  die  Senefeldersche.
War  so  Münchens  Entwicklung  zur  eigentlichen  Industriestadt ­
  von  den  frühesten  Zeiten  seiner  Entwicklung  überhaupt
gehemmt,  so  drang  sein  Ruf  als  Handelsstadt  schon  damals
sehr  weit.  Auch  Nürnbergs  Bürgersohn,  Hans  Sachs,  singt
in  seinem  „Lobspruch  der  fürstlichen  Stadt  München“:
„.  .  .  So  ist  Stat  München  obgenand
Die  Namhafftigst  im  Bayerland,
Darum  die  Bürgerschaft  on  wandel
Den  meisten  theil  treibt  Kaufmannshandel...“
Die  Zunahme  der  Bevölkerung  Münchens,  die  sich  in  den
folgenden  100  Jahren  steter  Entwicklung  verfünfzehnfacht  hat,
bot  naturgemäß  von  selbst  auch  der  Industrie  ein  Absatzgebiet, ­
  das  sich  zuerst  auf  den  Stadtbezirk  beschränkte,  nach
und  nach  aber  weit  darüber  hinausgriff.  Der  ungeahnte  wirtschaftliche ­
  Aufschwung,  den  München'im  Laufe  der  Jahrzehnte
erfahren  hat,  war  eng  mit  einer  tiefgehenden  Wandlung  auf
dem  Gebiete  nicht  nur  des  Wirtschaftslebens,  sondern  auch
der  beruflichen  und  sozialen  Gliederung  verknüpft.  W'enn
auch  in  seiner  wirtschaftlichen  Entwicklung  Rückschläge  nicht
ausgeblieben  sind,  so  ergibt  sich  doch  im  ganzen  eine  gewaltige ­
  und  überraschend  schleunige  Aufwärtsbewegung,  bei
welcher  auch  heute  ein  Ende  oder  nur  eine  Verlangsamung
nicht  vorauszusehen  ist,  die  vielleicht  noch  gesteigert  werden
kann,  wenn  den  für  München  geeigneten  Industrien  erheblich ­
  weniger  Lasten  aufgebürdet  und  mehr  allgemeine  Vergünstigungen ­
  gewährt  würden.
Jede  Großstadt  hat  heute  solche  Industrien,  die  ihrem
ganzen  Gewerbeleben  ein  eigenes  Gepräge  geben  und  für
deren  Entstehen  und  .Weiterentwicklung  gerade  die  günstigsten
            
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