Full text : München als Industriestadt

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Wohltätjgkeits-  und  Wohlfahrtseinrichtungen  in  sehr  erfreulicher ­
  Weise  betätigen.  Die  Zeit,  wo  eine  Stadt  durch  die
Gunst  eines  einzigen  Mäcens  zu  überragender  Entwicklung
gebracht  und  auf  diesem  Wege  weitergeführt  werden  konnte,
ist  heute  endgültig  vorüber.  Die  Gegenwart  verlangt  als  Grundlage ­
  für  den  kulturellen  Fortschritt  einer  Großstadt  nachhaltige
und  zahlreiche  Finanzkräfte,  die  nicht  nur  ein  Heer  gutbezahlter
  Beamter,  Angestellter  und  Arbeiter  beschäftigen,
sondern  auch  durch  ihre  reichen  Steuerleistungen  es  der  Gemeinde ­
  erst  ermöglichen  eine  fortschrittliche  Kommunalpolitik
zu  verwirklichen.
In  den  letzten  zwei  Jahren  haben  einige  größere  Werke
Münchens  Mauern  den  Rücken  gewendet.  Schließen  sich  dieser
„Flucht“  noch  mehr  Großindustrien  an,  so  droht  für  München ­
  geradezu  ein  Zusammenbruch  auf  wirtschaftlichem  und
kommunalem  Gebiet.
Dennoch  müssen  nicht  nur  die  bestehenden  Industrien
erhalten  bleiben,  sondern  man  muß  mit  allen  Mitteln  danach
trachten,  neue  industrielle  Unternehmungen  heranzuziehen.
Denn  überall  macht  sich  bei  den  Geschäftsleuten  eine  Meinung
geltend,  die  letzteres  verlangt,  weil  eine  Überproduktion  der
eigens  für  die  Fremden  arbeitenden  Gewerbe  schon  jetzt  vorhanden ­
  sei.  Der  Fremdenverkehr,  mag  er,  wie  wir  in  der
Einleitung  ausgeführt  haben,  noch  so  sehr  wachsen,  er  hat
einen  anderen  Charakter  im  Laufe  der  letzten  Jahre  angenommen. ­
  Das  kann  darauf  beruhen,  daß  durch  die  außerordentlich
günstigen  Bahnverbindungen  mit  Italien  und  den  Ausflugsorten ­
  in  der  Umgebung  Münchens  viele  Fremden  veranlaßt
werden,  München  nur  zu  streifen,  um  möglichst  bald  wieder
weiterzureisen  oder  es  nur  als  Aufenthalt  allgemein  zu  benützen, ­
  die  größte  Zeit  aber  in  der  Umgebung  zuzubringen.
Dann  aber  kaufen  die  Mehrzahl  der  Fremden  nur  kleinere  Andenken, ­
  da  ihnen  München  als  zu  teuer  bekannt  ist.  Die  wirtschaftlichen ­
  Folgen  sind  nicht  in  ihrer  Gesamtheit  zu  umfassen.
Tatsache  ist  aber,  daß  die  in  München  anwesenden  Studenten
den  Geschäftsleuten  mehr  Geld  einbringen,  wie  der  Fremdenverkehr ­
  heute  vermag.  Ausgenommen  sind  bei  dieser  Betrachtung ­
  die  zahlreichen  Hotelbetriebe  und  die  Paket-  und
            
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