Full text : München als Industriestadt

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wuchs,  auch  der  Umfang  des  Blattes  wurde  vergrößert  durch
die  ungewöhnliche  Zunahme  der  Inserate  und  die  Ausdehnung
des  redaktionellen  Teiles,  obwohl  das  Blatt  seit  14.  Juni  1887
zweimal  täglich  erscheint.  Damit  übertreffen  die  Münchener
Neuesten  Nachrichten  alle  anderen  großen  Zeitungen  Münchens, ­
  deren  es  noch  sehr  bedeutende  wie  die  „Münchener
Zeitung“,  die  „Münchener  Post“,  die  „München-Augsburger
Abendzeitung“  und  andere  mehr  besitzt.  Der  gewaltige  Aufschwung ­
  des  deutschen  Zeitungswesens  in  den  letzten  dreißig
Jahren  mit  der  Entwicklung  der  redaktionellen  Anforderungen,
der  geschäftlichen  Organisation,  dem  Ausbau  des,  Maschinenparks ­
  und  der  sinnreichen  Organisation  der  fast  auf  Sekunden
berechneten  Herstellung  der  Zeitung  und  ihrer  Versendung  in
die  Hand  des  Lesers  hat  auch  in  Münchens  Mauern  eine
äußerst  mächtige  Förderung  erfahren  und  ist  zum  Teil  auf
die  Mitarbeiterschaft  der  sämtlichen  Münchner  Zeitungen  zurückzuführen. ­

Wie  wir  schon  ausführten,  ist  München  die  Heimat  der
Lithographie  und  ihr  verdankt  München  seine  heutige  Stellung
als  Hauptfeld  der  graphischen  Industrien  und  Künste,  welche
sich  hier  zur  höchsten  Blüte  entwickelten.  Zu  den  hervorragendsten, ­
  die  Lithographie  und  besonders  die  Chromolithographie ­
  betreibenden  Münchener,  ja  deutschen  Firmen,
gehört  unstreitig  die  „Lithographisch-Artistische
Anstalt  München“  (vorm.  Gebrüder  Obpacher).  Dieses
Unternehmen  ist  1867  aus  kleinen  Anfängen  gegründet  worden
und  ging  1872/73,  als  der  Bedarf  nach  lithographischen  Erzeugnissen ­
  ein  ungewöhnlich  großer  wurde,  zum  Großbetrieb
über.  Seit  1889  ist  der  Betrieb,  der  dem  Begründer  der
Firma  als  Eigentum  unterstand,  in  eine  Aktiengesellschaft  umgewandelt, ­
  da  auf  diese  Weise  die  nötige  Kapitalinvestition
erfolgen  konnte  und  der  weiteren  Ausgestaltung  des  Unternehmens ­
  mit  den  neuesten  technischen  Hilfsmitteln  nichts
hindernd  im  Wege  stand.  Heute  beschäftigt  die  Firma  etwas
über  600  Arbeiter,  wovon  300  weibliche  Arbeitskräfte  teils
als  geübte  Arbeiterinnen,  teils  als  Hilfspersonal  wie  Einlegerinnen ­
  und  Bogenfängerinnen  tätig  sind.  Von  den  männlichen ­
  Arbeitern  kommen  nur  wenige  als  Hilfsarbeiter  für
            
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