Full text : München als Industriestadt

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allgemeinen  eine  Mittel-  und  Kleinbetriebsindustrie;  sie  beschäftigt ­
  aber  viele  Tausende  und  ist  in  stetig  aufsteigender
Entwicklung  begriffen;  wenn  von  Münchens  Industrie  die
Rede  ist,  muß  sie  in  erster  Linie  erwähnt  werden.  Vielleicht
wird  Deutschland  einmal  seinen  neuen  Stil,  der  noch  immer
nicht  endgültig  gefunden  ist,  sich  aber  zweifellos  aus  den
vielen  talentvollen  Ansätzen  heraus  entwickeln  wird,  Münchener ­
  Anregungen  und  Münchener  Industriefleiß  verdanken.“
ln  Bayern  ist,  wie  wir  schon  in  den  einleitenden  Worten
über  den  Großstadtcharakter  der  Stadt  München  als  Kunststadt ­
  ausführten,  die  Bedeutung  des  Kunstgewerbes  für  das
Wirtschaftsleben  und  das  geistige  Leben  des  Volkes  stets  voll
gewürdigt  worden.  Von  jeher  hat  besonders  Bayern  kunstsinniges ­
  Herrscherhaus  mit  den  freien  Künsten  auch  das
Kunstgewerbe  mit  allen  Mitteln  gefördert.  Dem  Laien  sagt
dies  ein  Gang  durch  die  Residenz  und  die  königlichen  Schlösser ­
  des  Bayernlandes,  der  Kenner  weiß  es  auch  aus  der  Geschichte ­
  des  Münchener  Kunstgewerbes,  und  erst  kürzlich  hat
ein  vielbemerktes  Buch  über  die  „Geschichte  der  Münchener
Goldschmiedekunst“  neues  Licht  auf  diese  Tatsache  geworfen.
Daß  gerade  die  Bedeutung  der  Stadt  München  im  Kulturleben
der  Gegenwart  in  hervorragendem  Maße  der  gerade  hier  besonders ­
  lebendigen  Vereinigung  von  Kunst  und  Handwerk
zu  danken  ist,  lehrt  uns  die  Tatsache,  daß  von  Seiten  des
Magistrats  und  der  städtischen  Kollegien  alles  daran  gesetzt
wird,  jene  Bestrebungen,  die  darauf  abzielen,  diese  Verbindung
im  Sinne  einer  Verallgemeinerung  des  Verständnisses  für  wahre
Kunst  immer  segenbringender  zu  gestalten,  tatkräftigst  zu  unterstützen. ­
  Die  handwerksmäßige  Kunst  bestimmt  in  München ­
  den  Charakter  des  Kunstgewerbes,  wie  dies  Rauecker
in  seinem  Werke  „Das  Kunstgewerbe  in  München“  zeigt.
Trotzdem  haben  einige  bedeutende  Großbetriebe  und  einige
charakteristische  Mittelbetriebe  ihren  Standort  in  München  gewählt, ­
  denn  künstlerische  Arbeit  ist  sowohl  für  die  Einzelwerkstätte ­
  als  für  die  kunstindustriellen  Großbetriebe  unentbehrlich. ­
  Auf  sie  allein  wollen  wir  unsere  Darstellung,  gemäß
der  gestellten  Aufgabe,  beschränken  und  verweisen  im  Übrigen
auf  die  ganz  vorzüglichen  Untersuchungen  Raueckers.
            
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