Full text : München als Industriestadt

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Faktor  in  dem  Kunst-  und  Wirtschaftsleben  Münchens  und
des  Bayerlandes  dar.  In  steter  Fühlung  mit  den  neueren  Problemen ­
  in  Kunst  und  Kultur  hat  das  Institut  jede  Richtung  zu
Wort  kommen  lassen,  die  auf  solider  Grundlage  neue  Formen
schaffte  und  hat  so  mitgewirkt  zum  weiteren  Ruhm  der  Kunststadt ­
  München.
Wenn  innerhalb  40  Jahre  2  Millionen  Mark  Honorare  für
Skizzen  und  Kartons  an  fast  ausschließlich  in  München  lebende
Künster  bezahlt  wurden,  wenn  die  ein  und  einhalb  Million
Entlohnung  der  Glasmaler,  wenn  viele  Hunderttausende  von
Mark  Verdienst  der  Glaser  und  Techniker  in  ihrem  nackten
Wert  sich  an  uns  wenden,  so  künden  sie  uns  ein  schönes
Stück  praktischer  Lösung  der  sozialen  Frage  und  zeigen  klar
die  sozialpolitische  Bedeutung  der  Industrie  für  München.
Münchens  Hofglasmalanstalt  hat  auf  allen  fünf  Erdteilen  die
Zeugen  ihres  künstlerischen  Schaffens,  in  großer  Anzahl  verstreut, ­
  obgleich  die  Nürnberger  Konkurrenz  in  Deutschland
sich  fühlbar  macht.  Von  den  Rohprodukten  bezieht  die  Firma
das  Blei  als  eingeschmolzenes  Rohblei  von  München,  wegen
der  Frachtverteuerung  beim  Bezüge  von  auswärts,  ebenso  den
Kitt.  Das  Glas,  namentlich  die  farbigen  Gläser,  entstammen
den  Glashütten  im  bayrischen  Wald.  Im  Betriebe  waren  zur
Zeit  unserer  Erhebung  ca.  60—75  Arbeitskräfte  tätig,  wovon
3  als  ungelernte  Arbeiter  ausscheiden.  Alle  anderen  waren
als  Virtuosenarbeiter  Spezialisten  in  ihrem  Fach  und  entfallen
auf  die  Berufe  der  Zeichner,  Glasmaler,  Glaser  und  Brenner.
Die  Löhne  schwanken  zwischen  27—30  Mark  Fixum  pro
Woche.  Vier  akademisch  gebildete  Künstler  mit  je  3000—6000
Mark  Jahreseinkommen  fertigen  teils  die  Entwürfe  an,  teils
arbeiten  sie  als  Figuren-  und  Ornamentmaler  an  der  Vollendung ­
  eines  Werkes  mit.  Der  Betrieb,  der  seine  Entstehung
auf  historische  Grundlagen  zurückleitet,  kann  heute  als  rein
arbeitsorientiertes  Unternehmen  angesehen  werden.
Die  zum  Fassen  der  sehr  zahlreichen,  farbigen  Glasstücke  gebrauchten ­
  „Bleiruthen“  werden  in  einer  sehr  rationell  konstruierten ­
  Bleizugsmaschine  hergestellt,  die  von  jedermann  ohne
viel  Vorkenntnisse  zu  bedienen  ist.
Ein  dieser  Anstalt  ähnlicher  Betrieb  ist  die  M  a  y  e  r  s  c  h  e
            
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