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ihren Betrieb aufgenommen, der jedem Kulturhistoriker gefallen
wird: die .Wachsabgüsse aus Jahrhunderte alten „Holzmodeln“.
Heute, wo der naiven alten Volkskunst mit Recht so intensives
Interesse entgegengebracht wird, ist es zu begrüßen, daß
mit den im Original dargestellten Wachsgußarbeiten, die auch
in jedem Wohnraum köstlich dekorativ wirken, der Sinn für
solche Kunstarbeiten wieder geweckt wird. Bis an den Ausgang
des XVI. Jahrhunderts reichen diese Originalmodel zurück,
Model aus Birnbaumholz geschnitten und in Museen
aufbewahrt. Die verschiedenen Wachsfiguren, nach diesen Modeln
in rotem Wachs gegossen, oft auch naturgetreu bemalt,
bilden eine Serie ganz reizender Kulturdokumente einer längst
entschwundenen Zeit, deren manches dem Freunde echter
Volkskunst dauernde Freude bereiten wird.
Mit der neuzeitlichen Entwicklung der Stadt München gewachsen
und groß geworden, verdankt auch die Herstellung
künstlicher Blumen namentlich der Pflege von
Kunst und Kunstgewerbe, durch welche das, Königshaus die
Stadt München zur Metropole im Reiche künstlerischen Schaffens
emporgehoben hat, ihre Entstehung und reichste Förderung.
Verfeinerte Bedürfnisse und Lebensansprüche mit der
Entwicklung Münchens bei dem Publikum im allgemeinen und
ein für Schönheit und Schmuck empfänglicher Sinn besonders
bei den Damen hatte schon längst der französischen, insbesondere
der Pariser Industrie künstlicher Blumen ein günstiges
Absatzgebiet geschaffen, als Fräulein Antoinette von Heckei
den Gedanken faßte, die Herstellung künstlicher Blumen nach
den von der französischen Industrie dargebotenen Mustern
aufzunehmen. Der sich immer mehr ausdehnende Kunstsinn
der Münchener Bevölkerung kam zu Hilfe. Elemente aus höheren
Kreisen, zu denen sich bald die Töchter kleiner Beamten
und Bürger gesellten, bildeten zusammen einen Arbeitsstock,
dem es bald gelang die Fabrikation schrittweise auf die mannigfaltigsten
Sorten von Blüten, Blumen und Blättern auszudehnen
und qualitativ auf die Höhe der Pariser Industrie zu bringen.
So wurde die Herstellung künstlicher Blumen in München
eingeführt und bald in einem Betriebe zur höchsten Blüte gebracht
durch Josef von Heckei, dessen Wirken fruchtbar und