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Export machen sich die schlechten Zollverhältnisse immer mehr
geltend; während früher die französische Ware mit hohem Einfuhrzoll
belegt worden ist, und so für die junge deutsche Industrie
ein Erziehungszoll vorhanden war, wird seit dem Jahre
1911 von Seiten Frankreichs ebenfalls ein so hoher Zoll auf
das deutsche Produkt gefordert, sodaß die deutsche Industrie,
namentlich aber die Münchener Firmen infolge ihrer hohen Produktionskosten,
das französische Geschäft fast gänzlich eingebüßt
hat.
Zu den Industrien, die ohne ständige Fühlung mit den
maßgebenden künstlerischen Persönlichkeiten gar nicht auskommen
können, deren Entwicklung gerade in München hauptsächlich
durch den Ruf Münchens als Kunststadt bedingt ist,
gehört ein rasch aufstrebender Industriezweig, der aus dem
Rahmen einer gewöhnlichen Skulpturen- oder Plastikenwerkstätte
weit heraustritt: die Plastoindustrie München,
G. m. b. H. Dies zeigt die Vielseitigkeit der technischen
Mittel, die nach patentiertem Verfahren zur Anwendung
gelangen und die gefertigten Arbeiten, welche nach Aussage
berühmter Architekten den Eindruck eines erstklassigen, kunstgewerblichen
Unternehmens hinterlassen.
Das Plastoidmaterial — ein feines der Vergoldermasse
ähnliches Stuckmaterial, hauptsächlich aus eigens behandeltem
Gips bestehend, welches nach dem Erstarren eine hohe Widerstandskraft,
auch gegen Temperatureinflüsse, und große Dauerhaftigkeit
erhält — hat das Unternehmen befähigt als kunstgewerbliche
Werkstätten sowohl auf dem gesamten Gebiete
der Innendekoration wie in der plastischen Außenarchitektur,
der Gartenplastik und der Grabmalkunst, jede Künstleridee,
jeden persönlichen Wunsch des Bestellers unbedingt, ohne Maschinenbetrieb
in arbeitsgeteilter Einzelhandarbeit, zum vollendeten
Ausdruck zu bringen. Die Plastoidindustrie bietet in
ihren Produkten ein außergewöhnlich verwendungsfähiges Material,
für welches in allen Kreisen großer Bedarf vorhanden
ist und zwar bei den bildenden und Baukünstlern, den Baugeschäften,
Möbel- und Tapetenfabriken, den Kunst- und Antiquitätenanstalten,
den Industriellen für Reklame, den Luxuswarengeschäften
und den Kaufhäusern für billige plastische