II. Das Geldwesen
des modernen Serbien.
1. Die Münzgesetze.
Das Geldwesen Serbiens erhielt, nachdem dieses Land
sich seine Selbständigkeit wieder errungen hat, eigentlich seine
Grundlage mit dem Gesetz vom 10. Dezember 1878, durch
Avelches — was die Prägung anbelangt —, das System der
lateinischen Münzunion vom 22. .Dezember 1865 auch für
Serbien akzeptiert wurde, es nimmt aber seinen Anfang schon
im Jahre 1868, als unter dem Pürsten Michael Obrenovic die
ersten serbischen Geldstücke seit dem Untergänge des mittelalterlichen
Beiches wieder geschlagen wurden. Die Geschichte
und der Einfluss Frankreichs zu dieser Zeit machen es hegreiflich,
dass auch die Serben ihre Blicke nach diesem Lande
richteten und neben anderen Einrichtungen ihr Geldwesen
ebenfalls dem französischen nachzuahmen bestrebt waren. Die
Absicht der Einführung des französischen Münzsystems wird
schon im ersten Münzgesetz, im Ukas vom 15. März 1868,
ausgesprochen. Daselbst wurde die Prägung von Kupfermünzen
zu 10, 5 und 1 Steuerpara angeordnet, durch welche
die bisher zirkulierenden fremden Kupfermünzen ersetzt werden
sollten. Das Gewicht der Stücke wurde mit einem Gramm
für den Para bestimmt, so dass dieser an Gewicht dem
französischen Centime entsprach. Die Mischung betrug 95 °/ 0
Kupfer, 4% Zinn und 1 °/ 0 Zink, der Durchmesser 30, 25,
beziehungsweise 10 mm für ein 10-, 5-, beziehungsweise 1-Parastück.
Die Aversseite zeigte das Bildnis des Fürsten und