Full text : Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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Würde  somit  hier  zu  einem  Mindestpreise  von  1,20  dl  kommen,  bei
einem  Steigen  des  Weltmarkts-Salpeterpreises  über  diese  Summe  aber
diesen  fordern  müssen.  Da  beim  Bezug  durch  eine  Monopolverwaltung

schwefelsauren  Ammoniak  —  78,  im  Kalkstickstoff  =  65,  die  den  Vergleichsversuchen ­
  über  Wirkung  stickstoffhaltiger  Düngemittel,  herausgegeben  1914  vom
Reichsamt  des  Innern,  entnommen  sind.  Ich  weiß,  daß  aus  den  Kreisen  der
Ammoniakstickstoffinteressenten  man  sich  schon  scharf  gegen  diese  Versuche  gewendet ­
  haben  würde,  wenn  nicht  der  Krieg  hindernd  im  Wege  gestanden  hätte.
Und  auch  die  praktischen  Landwirte,  die  in  weitem  Umfange  Ammoniakstickstoff
zur  Düngung  verwenden,  werden  einigermaßen  überrascht  sein,  zu  erfahren,
daß  schwefelsaures  Ammoniak  nur  drei  Viertel  der  Wirkung  des  Chilesalpeters
haben  soll,  während  die  seinerzeit  von  Paul  Wagner  auf  sehr  umfangreiche
Versuchsreihen  gegründeten  Verhältniszahlen:  Chilesalpeterstickstoff  —  100,
Stickstoff  im  schwefelsauren  Ammoniak  —  90  schon  von  nicht  wenigen  Seiten
als  für  das  schwefelsaure  Ammoniak  zu  ungünstig  angesehen  wurden.  Kann
man  aber  dem  Vergleichswerte  der  Veröffentlichung  des  Rcichsamts  des  Innern
für  schwefelsaures  Ammoniak  keinen  irgendwie  maßgebenden  Wert  beimessen,
so  muß  das  Gleiche  selbstverständlich  auch  für  den  Kalkstickstoff-Vergleichswert
dieser  Veröffentlichung  gelten,  darüber  kann  keine  Frage  sein.
In  Wirklichkeit  liegt  die  Sache  so,  daß  wir  heute,  nach  vielen  Jahren  vergleichender ­
  Versuche,  noch  kaum  in  der  Lage  sind,  für  Chilesalpeter  und  schwefelsaures ­
  Ammoniak  allgemein  brauchbare  Vergleichswerte  anzugeben,  weil  es
wahrscheinlich  solche  nicht  gibt.  Für  gewisse  Fälle  ist  der  ‘  Chilesalpeter  für
den  Landwirt  zweifellos  unentbehrlich  und  übertrifft  die  meisten,  ja  wohl
sämtliche  anderen  Stickstoffdünger  um  ein  sehr  Beträchtliches.  Ebenso  aber
t  kann  er  in  gewissen  Fällen  durch  dieselben  völlig  und  ohne  erhebliche  Schwierigkeiten ­
  ersetzt  werden,  und  wird  dies  mit  fortschreitender  Erkenntnis  unserer
Agrikulturchemie  immer  mehr.  Was  besonders  den  Kalkstickstoff  anbelangt,
so  bedenke  man,  daß  dies  Düngemittel  uns  überhaupt  erst  seit  rund  anderthalb
Jahrzehnten  bekannt  ist,  seine  Anwendung  in  größerem  Umfange  aber  der
Mehrzahl  unserer  deutschen  Landwirte  bis  zum  Kriegsausbruch  fremd  war.
Will  man  daher  eine  gegenseitige  Bewertung  des  Stickstoffs  im  Kalkstickstoff  und
Chilesalpeter  eintreten  lassen,  so  wird  man  augenblicklich  wohl  nur  ein  Hilfsmittel ­
  dafür  als  einwandfrei  ansehen  dürfen,  nämlich  den  Vergleich  der
Marktpreise,  zu  denen  in  letzter  Zeit  die  deutsche  Landwirtschaft  sowohl  den
Chilesalpeter  wie  den  Kalkstickstoff  gekauft  hat.  Denn  wenn  die  Landwirte
im  einzelnen  nicht  der  Ansicht  gewesen  wären,  zu  dem  vorliegenden
Preise  des  Kalkstickstoffs  mit  demselben  gegenüber  dem  Chilesalpeter  ein
gutes  Geschäft  zu  machen,  so  würden  sie  sich  schwerlich  die  mit  dem  Kalkstickstoff ­
  und  seiner  Anwendung  zusammenhängenden  Unbequemlichkeiten
aufgeladen  haben.  Wie  hoch  beliefen  sich  aber  diese  Preise  für  das  Kilogramm ­
  Stickstoff?
            
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