Full text : Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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ganz  zweifellos  der  Chilesalpeter  nicht  allzu  teuer  eingekauft  zu  werden ­
  brauchte  —  man  denke  daran,  daß  diese  Verwaltung  jederzeit  mit
Ersatz  desselben  durch  in  größeren  Mengen  hergestelltes  schwefelsaures
Ammoniak  drohen  könnte  —,  so  müßte  auch  hier  ein  erheblicher  Verdienst ­
  für  das  Reich  zu  erzielen  sein.  Für  die  Zwecke  aber,  die  uns  den
Chilesalpeter  als  ziemlich  unentbehrlich  kennen  lernen  ließen,  würde
er  bei  dem  vorgeschlagenen  Mindestpreis  immer  noch  nicht  teurer  sein
als  im  Durchschnitt  der  letzten  Jahre.
Chilesalpeterpreis  Der  Industrie  würde  man  unter  diesen  Umfür
  die  Industrie,  ständen  gewiß  dadurch  entgegenkommen  können,  daß
inan  ihr  bis  auf  weiteres  den  Weltmarkthandelspreis  für  Chilesalpeter
auch  dann  zugesteht,  wenn  er  sich  niedriger  als  1,20  Jl  für  das  Kiloprozent ­
  Stickstoff  stellt,  also  die  Landwirtschaft  den  Mindestpreis  von
1,20  Ji  zahlen  muß.
Deutscher  Salpeter.  Ich  sagte  mit  Absicht  „bis  auf  weiteres",  nicht
um  zu  empfehlen,  der  Industrie  später  den  Salpeterpreis  hinauszusetzen, ­
  sondern  aus  der  Überzeugung  heraus,  daß  Deutschland  in  immerhin ­
  absehbarer  Zeit  für  seinen  Salpeterbezug  nicht  mehr  wesentlich  auf
das  Ausland  angewiesen  sein  wird.  Soweit  man  hört,  bietet  die  Gewinnung ­
  von  Ammoniakstickstoff  nach  Haber  noch  die  sehr  erfreuliche
Aussicht,  daß  man  auf  ihrer  Grundlage  auch  in  Friedenswetlbewerb
mit  dem  Chile-  und  Kalk-  oder  Norgesalpeter  wird  Salpeter  herstellen
können.  Das  Habersche  Ammoniak  besitzt  eine  ausgezeichnete  Reinheit
und  eignet  sich  daher  wie  kein  zweites  zur  Verarbeitung  auf  Salpetersäure. ­
  Da  diese  Verarbeitung  bei  verhältnismäßig  niedrigen  Wärmegraden ­
  durchführbar  ist,  sw  besteht  die  Annahme  zu  Recht,  daß  deutscher,
inländischer  Salpeter,  und  zwar  je  nach  Belieben  Ammoniaksalpeter
Chilesalpeter  Kalkstickstoff
Für  das  zweite  Halbjahr  1013  1,37  M  1,18  Jl
Für  das  erste  Halbjahr  1914  1,31  „  1,14  „
Für  das  zweite  Halbjahr  1914,  bis  Kriegsausbruch ­
  1,22  „  1,05  „
Das  heißt,  das  Preisverhältnis  stellte  sich  wie  100  :  86—87,  wobei  aber  nicht
berücksichtigt  ist,  daß  der  Chilesalpeterprcis  nur  frei  Hamburg,  der  Kalkstickstoffpreis ­
  frei  jeder  Bahnstation  galt.  Doch  dürfte  die  Berücksichtigung  der
Fracht  bei  der  Berechnung  keine  sehr  große  Nolle  spielen,  so  daß  man  mit
einem  Preisverhältnis  vom  Stickstoff  im  Chilesalpeter  zu  dem  im  Kalkstickstoff
wie  100  :  80—85  rechnen  kann.  Das  würde  immerhin  eine  andere  Rentabilitätsberechnung ­
  ergeben,  als  ein  Wertverhältnis  von  100  :  68.
            
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